Im Zweifel einfach auflegen und die Polizei alarmieren: Ein Plakat warnt vor Betrug am Telefon. Foto: dpa - dpa

Und wieder ist eine Seniorin im Kreis Esslingen einem Betrüger aufgesessen. Der Mann hat sich als "Kommissar Krüger" ausgegeben und Geld und Schmuck erbeutet.

Kreis Esslingen (pol) Am Donnerstagvormittag ist erneut eine Seniorin von einem Telefonbetrüger, der sich als Polizeibeamter ausgab, um Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro betrogen worden. Gegen 10.30 Uhr meldete sich der Betrüger bei der 75-jährigen Seniorin und gab sich als angeblicher Kommissar Krüger aus. Mit der frei erfundenen Geschichte, in ihrer Bank seien Schließfächer ausgeraubt worden, brachte er die Frau dazu, ihre gesamten Wertsachen aus dem Schließfach abzuholen und einem unbekannten Komplizen des Betrügers zu übergeben.

Dieser gab sich als angeblicher Zivilfahnder aus und wird als etwa 165 cm groß und schlank beschrieben. Er war zwischen 20 und 25 Jahre alt, hatte einen kurz geschnittenen Bart und kurze, dunkle, angegraute Haare. Bekleidet war er mit einer dunklen Jeans, Pullover mit Hemd und einer schwarzen Jacke. Hinweise nimmt das Polizeirevier Kirchheim unter der Telefonnummer 07021/501-0 entgegen.

Nach wie vor kommt es im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen täglich zu zahlreichen betrügerischen Anrufen, in denen die Kriminellen auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, an das Bargeld und die Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen.

Die Masche der Betrüger reicht dabei unter anderem vom selbsternannten Polizeibeamten oder Staatsanwalt, der zur Sicherung des Vermögens der Angerufenen vor angeblichen Einbrüchen oder Überfällen die Aushändigung des Hab und Guts verlangt, über den vermeintlichen Angehörigen in einer Notlage bis hin zum vorgegaukelten Glück in einem Gewinnspiel.

Das Polizeipräsidium Reutlingen hat in eigens produzierten Videos einen Anruf eines vermeintlichen Polizeibeamten nachgestellt und gibt Tipps und Hinweise, um mögliche Opfer aber insbesondere auch die Angehörigen der meist älteren Geschädigten zu sensibilisieren.

Die Polizei rät

  • Legen Sie bei einem derartigen Anruf sofort auf und lassen Sie sich auf kein Gespräch ein.
  • Übergeben oder überweisen Sie nie Geld einem Fremden, egal für wen er sich ausgibt oder in wessen Auftrag er angeblich handelt.
  • Niemals rufen Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen bei Ihnen an und fragen Sie nach ihren persönlichen Verhältnissen oder bestehendem Vermögen aus. Geben Sie niemandem derartige Auskünfte.
  • Schenken Sie Gewinnversprechen keinen Glauben, insbesondere wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist. Bei echten Gewinnen müssen Sie kein Geld im Voraus überweisen!
  • Beraten Sie sich mit einem Angehörigen.
  • Wenn sich der Verdacht ergibt, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt, melden Sie diesen unverzüglich der Polizei.
  • Die Polizei bietet unter www.polizei-beratung.de Tipps und Informationen zum Schutz vor diesen Betrügern zum Download an.
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