Die Gäubahn soll ausgebaut werden. Foto: dpa/Felix Kästle

Das Bundesverkehrsministerium verweist darauf, dass der Bau des Gäubahntunnel, so er verwirklicht wird, aus Haushaltsmitteln des Bundes zu bezahlen ist. Ein Grünen-Politiker wittert in der Planung hingegen „Tricksereien“.

Stuttgart - Während das Landesverkehrsministerium davon ausgeht, dass in den laufenden Sondierungsgesprächen zwischen den in Frage kommenden Koalitionspartnern „die Haltung des Landes zum Ausbau der Gäubahn und um den Anschluss an das Projekt S 21“ ein Thema sein könnte, ist für das Bundesverkehrsministerium (BMVI)„die Umsetzung des Bundesverkehrswegeplan-Projekts Gäubahn geklärt: Die Finanzierung erfolgt über den Bundeshaushalt“, wie die Pressestelle des Bundesministeriums auf Anfrage mitteilt.

Grüne hält Flughafenanschluss für verzichtbar

Gutachter im Auftrag des BMVI hatten einem Ausbaukonzept für die Strecke zur Schweizer Grenze – darunter ein neuer Tunnel vom Flughafen zur bestehenden Strecke – Wirtschaftlichkeit attestiert. Der bahnpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Matthias Gastel aus Filderstadt, traut den Zahlen nicht und erhebt schwere Vorwürfe: „Mit allerlei Tricksereien wurde das Projekt künstlich und zu Lasten von Steuerzahlenden und Reisenden wirtschaftlich gerechnet“, sagt er. Das Bundesverkehrsministerium bremse mit „der mehr als fragwürdigen neuen Planungsidee den Ausbau der Gäubahn, anstatt bei dem Thema endlich voranzukommen“, so Gastel. Er hält den in den Verträgen für Stuttgart 21 fixierte Gäubahnanschluss des Flughafens insgesamt für verzichtbar. Gastel fordert, die Strecke an anderer Stelle zu ertüchtigen. „Zu den sinnvollen und dringend notwendigen Investitionen gehören auch eine Ergänzungsstation am zukünftigen Hauptbahnhof und die Einbindung der Panoramabahn-Trasse in diese Station.“

Vor allem im Rathaus steht man der von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) aufgebrachten Idee einer Ergänzungsstation skeptisch gegenüber. Man befürchtet, in den städtebaulichen Planungen eingeschränkt zu werden.

Staatssekretär will zum Gäubahngipfel kommen

OB Frank Nopper (CDU) will alsbald einen Gäubahngipfel einberufen. Auch Steffen Bilger sei „dabei gerne bereit, an einem Treffen der S-21-Partner teilzunehmen“, heißt es beim BMVI.