Die Stuttgarter Freibäder füllen sich angesichts des schönen Wetters merklich – soweit es die Coronaauflagen erlauben. Still ruht dagegen das begehrte Mineralwasser in den Außenbecken von Leuze und Berg. Personalmangel verhindert weiterhin die Öffnung.
Stuttgart - Die Nachfrage nach Freibad-Tickets steigt stark an: „Vom Saisonstart am vergangenen Donnerstag bis zum Dienstagvormittag haben wir etwa 12 000 E-Tickets für die fünf Stuttgarter Freibäder verkauft“, sagt Jens Böhm, Sprecher der Bäderbetriebe auf Anfrage. Die Tendenz gehe seit Wochenbeginn stark nach oben. „Das tolle Wetter hilft natürlich.“
Am Wochenende war das Interesse noch verhalten; das Inselbad Untertürkheim und das Höhenfreibad Killesberg meldeten lediglich eine Auslastung von 20 Prozent. „Für den Mittwoch vor dem Feiertag sieht es deutlich besser aus“, erklärt Böhm. In beiden Freibädern seien bereits knapp 50 Prozent der E-Tickets verkauft. Auch in den Bädern in Möhringen und Vaihingen zeige die Tendenz deutlich nach oben. Im Freibad Sillenbuch gab es schon am Mittwoch keine E-Tickets mehr. Aufgrund der Coronabeschränkungen ist die Zahl der Besucher in den Bädern limitiert. Im Freibad Rosental in Vaihingen etwa, dem größten Stuttgarter Freibad, sind aktuell maximal 1350 Gäste gleichzeitig erlaubt. Vor Corona konnten sich dort 10 000 Menschen aufhalten. Laut Landesverordnung ist aktuell eine Person pro 20 Quadratmeter erlaubt. Reserviert werden können Tickets online oder telefonisch bis zu drei Tage im Voraus.
Warten auf die Öffnung der Mineralbäder
Weiterhin nicht absehbar ist ein Öffnungstermin für die Stuttgarter Mineralbäder, von denen zwei, das Leuze und das Berg, über abgetrennte Außenbecken verfügen. Ein Badebetrieb wäre nach den Coronabestimmungen dort jetzt schon möglich. Die Ungeduld vieler Stammgäste wächst deshalb spürbar. „Mir wurde mitgeteilt, dass es heute allein mehr als 20 Nachfragen gab“, berichtet Böhm. Der Wunsch nach Öffnung der Mineralbäder sei groß. „Um so mehr schmerzt es uns, dass wir diesen Wunsch momentan nicht erfüllen können.“ Der Grund: es fehlt immer noch Personal, insbesondere an Saisonkräften. „Gegenwärtig brauchen wir alle verfügbaren Beschäftigten – auch die aus den Thermen –, um den Freibadbetrieb an sieben Tagen in der Woche durchführen zu können“, betont Böhm. Man sei stolz und glücklich, dies sofort in allen fünf Freibädern hinbekommen zu haben. „Am liebsten würden wir natürlich alle Bäder öffnen, doch die personalintensiven Coronaauflagen lassen dies einfach nicht zu“.
Aufsichtskräfte sind weit und breit nicht in Sicht
An der Bewerberlage hat sich in den vergangenen Tagen nichts verändert; es gibt praktisch keine Interessenten für die Stellen, die mit einem Einstiegsgehalt von 2413 Euro vergütet werden (stuttgarterbaeder.de/jobs). „Die Öffnung weiterer Bäder steht und fällt aber in erster Linie mit den vorhandenen Aufsichtsfachkräften“, sagt Böhm.
Wenn der Mineralbetrieb dereinst wieder startet, sollen die Tarife dort dieselben sein, wie während der eingeschränkten Bäderöffnung im vergangenen Jahr: „Mit dem Zwei-Stunden-Tarif darf der Badegast dann ein Zeitfenster von vier Stunden nutzen“, erklärt Böhm. Konkret heißt das: 9,50 Euro (normal) und 7,60 Euro (ermäßigt) im Leuze. 8 Euro (normal) und 6,40 Euro (ermäßigt) im Berg und 8,50 Euro (normal) und 6,80 Euro (ermäßigt) im Soldebad Cannstatt.