Mit ihrem kleinen Lokal erfüllt sich Parthena Pataridou einen Traum – sogar der Backnanger Oberbürgermeister schwärmt von ihren Burgern. Wir waren für einen Testbesuch im „Nena’s“.
Burgerläden gibt es in der Region wie Sand am Meer – doch welche davon sind wirklich zu empfehlen? Wir haben unsere Facebook-Community nach Geheimtipps gefragt. Im Raum Backnang am meisten genannt wurde dabei „Nena’s Café, Bar und Grill“. Jüngst hat sogar der Backnanger „Ober-Burgermeister“ Maximilian Friedrich die Burger dort als „sensationell“ bezeichnet. Für uns Grund genug für einen Testbesuch.
Von außen wirkt das Lokal eher unscheinbar – auch das Interieur ist eher zweckmäßig als schnieke gestaltet. Mit rund 40 Quadratmetern Grundfläche im Innenbereich und maximal 30 Sitzplätzen ist das „Nena’s“ kein großes Lokal. „Bei uns geht es sehr familiär zu“, sagt die Chefin Parthena Pataridou, gemeinhin bekannt unter ihrem Spitznamen Nena.
Lokal im Test: Wie gut schmecken die Burger im „Nena’s“ in Backnang?
Offensichtlich ist das mit der Familie kein bloßes Gerede: „So wie immer?“, fragt sie einen Herrn. Nena kennt ihre Kunden und deren Vorlieben. Das Publikum hier ist bunt gemischt – von Schülern über Gäste des nahen Kinos, Bauarbeitern, Einkaufsbummlern und Bankmitarbeitern ist alles dabei.
„Nena’s Cafe, Bar und Grill“ gibt es seit 2014. „Ich habe schon immer in der Gastronomie gearbeitet, mit der Selbstständigkeit erfülle ich mir einen Traum“, erzählt Nena. Der Schwerpunkt lag nicht immer auf Burgern. „Anfangs habe ich mich in verschiedene Richtungen ausprobiert, irgendwann waren auch Burger dabei – und plötzlich kamen Leute gezielt her, um diese zu essen.“ Und schon hatte sie ihre Spezialität gefunden.
Im „Nena’s“ gibt es sogar einen Big Kahuna Burger – frei nach Pulp Fiction
Regelmäßig bietet Nena Aktionsburger an – kommen sie gut an, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie dauerhaft auf der Karte angeboten werden. Derzeit ist es der „Big Kahuna Burger“ – „er ist inspiriert von einer Szene aus dem Film Pulp Fiction“, erklärt die 43-Jährige. In dem Kultstreifen löst der hawaiianisch inspirierte Burger beim von Samuel L. Jackson gespielten Auftragskiller Jules regelrechte Begeisterungsstürme aus – auch wenn das seinem Gegenüber nicht wirklich Pluspunkte einbringt.
Die Auswahl an Burgern ist beträchtlich. Es gibt nicht nur die üblichen Klassiker, sondern auch einen Alm-Burger mit Kartoffelrösti, Speck und Käse. „Der ist bei uns der Renner“, verrät Nena. Zudem gibt es zum Beispiel einen Hellas-Burger mit Gurken, Feta, Oliven und Oregano. Wer es exklusiv mag und 6,50 Euro Aufpreis verkraftet, bekommt statt 100 Gramm Hack aus der Rinderhüfte ein 150-Gramm-Patty aus Angus Beef.
Für den Extremhunger steht auch ein „Heart Attack-Burger“ auf der Karte: Nicht nur die doppelte Portion Fleisch, sondern auch doppelt Käse, doppelt Bacon und – wohl falls beim Verspeisenden immer noch Puls vorhanden sein sollte – zwei Mozzarella-Sticks. Wissenswert für Vegetarier: sämtliche Kreationen gibt es hier auch mit einem Gemüse-Patty statt Fleisch. Die Preise aller Burger sind sehr human – von 4,50 Euro für einen simplen Cheeseburger bis 12 Euro für den „Heart-Attack“.
Im Test bei „Nena’s“ in Backnang: Der „Le France Burger“
Meine Wahl fällt auf den „Le France Burger“: Neben klassischen Burgerbelägen wartet er nicht nur mit gebratenen Champignons und Speckwürfeln auf, sondern auch mit einem handtellergroßen gebratenen Camembert. Was den Burger besonders, aber auch ziemlich hoch macht – wer nicht als Python-Imitator enden will, sollte hier also zu Messer und Gabel greifen. Die Kalorienbombe schmeckt tatsächlich sehr lecker: Der Salat ist knackig, das Fleisch aromatisch und saftig. Der Camembert, der Speck und die Pilze verleihen dem Burger das gewisse Etwas.
Eine Sättigungsbeilage braucht man angesichts dieses massiven Burgers eigentlich nicht – aber wenn ich schon mal da bin, koste ich auch die Steakhouse-Pommes. Kräftig gewürzt und trotz ihrer Dicke von perfekter Knusprigkeit, kann man sie Besuchern ebenfalls ans Herz legen. Zum Frankreich-Thema hätte beim Burger noch ein besonderes Bun gepasst – etwa ein Brioche-Brötchen, und das absolute Tüpfelchen auf dem i wären noch ein paar Preiselbeeren auf dem Camembert gewesen. Nena verrät mir hinterher, dass sie sogar welche gehabt hätte.
Unterm Strich ist er jedenfalls absolut zu empfehlen, der Frankreich-Burger. Beim nächsten Mal werde ich wohl ausprobieren, ob Samuel L. Jackson mit seinem Lob für den Kahuna-Burger recht hatte.
Tipps: Wer das „Nena’s“ in der Eduard-Breuninger-Straße 21 in Backnang besuchen möchte, sollte beachten, dass dort nur Barzahlung möglich ist. Zudem gibt es einen Lieferdienst – „wir haben ihn zur Corona-Zeit eingeführt, aber er kam so gut an, dass wir ihn beibehalten haben“, erklärt Nena. Geliefert wird – außer mittwochs, da ist Ruhetag – von 18 bis 21 Uhr, das Lokal selbst hat von 11 bis 14 und von 17 bis 21 Uhr geöffnet.