Der Böblinger Landrat ist mit den Ergebnissen des Runden Tisches mit Vertretern der Kommunen und des Regierungspräsidiums zufrieden. Wie geht es mit dem Provisorium weiter, das die Bundesstraßen 295 und 464 verbindet?
Da sind doch viele ins Stutzen gekommen: Weil in den aktuellen Plänen für den Lückenschluss bei Renningen die Kreisstraße 1008 zwischen Warmbronn und Renningen komplett gekappt werden soll, plädierten die Gemeinderäte in Leonberg und Renningen dafür, das Provisorium, das die B 295 und die B 464 verbindet, einfach so zu behalten, wie es heute ist: mit verschachtelten Kreisverkehren und der Ampelkreuzung bei Renningen-Ost.
Der Böblinger Landrat Roland Bernhard stellte derweil klar: Es braucht den Lückenschluss, komme, was wolle. Zugleich richtete er die Forderung an den Bund, die Verbindung nach Warmbronn nicht hinten runterfallen zu lassen. „Eine effiziente Verkehrsanbindung ist entscheidend für die Wirtschaft und die Bürger im Landkreis“, formuliert es der Landrat.
Damit die kommunalen Akteure wieder an einem Strang ziehen, hatte er zu einem Runden Tisch eingeladen. Am Dienstag trafen sich im Böblinger Landratsamt Klaus Brenner, Baubürgermeister von Leonberg, Wolfgang Faißt, Bürgermeister von Renningen, sowie Vertreter aus Magstadt und des Regierungspräsidiums mit dem Böblinger Landrat. „Im Ergebnis waren sich alle einig“, berichtet Roland Bernhard. „Wir brauchen den Lückenschluss dringend, am besten muss die Maßnahme bis 2030 greifbar sein.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis war zuletzt auch der Kreistag mehrheitlich gekommen, nur einzelne präferierten auch dort die Beibehaltung des Provisoriums.
Derzeit führt die K 1008 von Warmbronn zur B 295. Diese Verbindung entfällt so oder so mit dem Lückenschluss. Die Beteiligten des Runden Tisches fordern nun, dass die K 1008 in ihrer jetzigen Funktion erhalten bleibt und mittels einer Brücke an die Magstadter Straße in Renningen durchgebunden wird. So, wie es in früheren Entwürfen vorgestellt wurde. „Es besteht Konsens, dass der Landkreis als Träger der Kreisstraße einen Anspruch auf deren Erhaltung hat und die Finanzierung der Maßnahme nach Kreuzungsrecht erfolgt“, erklärt Bernhard. „Danach wird von einer Kostentragung durch den Bund ausgegangen.“ Das Regierungspräsidium hatte zuletzt Gegenteiliges mitgeteilt. Demnach sei die Straße eben nicht förderfähig, weil sie aktuellen Studien zufolge nicht ausreichend genutzt würde.
Was ist mit der Südrandstraße?
Eine Realisierung der Südrandstraße, das wäre die Querverbindung des Gebiets am Einkaufszentrum Süd in Renningen und der Magstadter Straße, „soll bedingt durch derzeit fehlende Fördermittel und geschätzte Kosten von rund acht Millionen Euro vom Lückenschluss entkoppelt, aber die Option für eine künftige Realisierung offengehalten werden“. Das Anliegen der Bauern, Lösungen für den landwirtschaftlichen Verkehr zu finden, wird geteilt und soll im Zuge der weiteren Planungen berücksichtigt werden.
Noch immer ist die B 295 mit der B 464 durch ein notdürftiges Provisorium verbunden, das im Jahr 2013 aus den Überschussmassen des Neubaus der B 464 entstand. Die Planungen laufen schon lange, haben sich jedoch derart verzögert, dass eine Umsetzung vor dem sechsstreifigen Ausbau der A 81 bei Böblingen nicht mehr möglich war. Parallele Bauarbeiten hätten aus Sicht der Planer zu Chaos geführt, weil die eine Strecke eine Ausweichstrecke für die jeweils andere ist. Bauarbeiten zum Lückenschluss können daher erst nach der Fertigstellung der A 81 beginnen. Diese ist nach derzeitigem Stand für 2026 geplant.