Einen der Fahrer hat die Polizei erwischt, ein zweiter Mann wird noch gesucht (Symbolbild). Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Zwei BMW-Fahrer haben sich Sonntagmittag in Ludwigsburg ein Rennen geliefert. Einer der Männer soll in der Wilhelmstraße sogar einen „Donut“ gedreht haben.

Ein 20-Jähriger und ein Unbekannter sollen sich am Sonntagmittag ein Autorennen durch die Innenstadt von Ludwigsburg geliefert haben. Wohl nur durch die Geistesgegenwärtigkeit und die schnelle Reaktion eines anderen Autofahrers konnte dabei ein Unfall verhindert werden. Die Polizei sucht nun Zeugen, weitere Geschädigte – und den zweiten Fahrer.

Motoren heulen an der Ampel auf

Wie die Polizei mitteilt, wollte ein 55-Jähriger gegen 12.35 Uhr mit seinem Mercedes von einem Parkplatz aus auf die Marbacher Straße fahren, als er gerade noch rechtzeitig bemerkte, dass sich von Neckarweihingen aus ein BMW mit sehr hoher Geschwindigkeit näherte. Wie sich später herausstellen sollte, saß an dessen Steuer erwähnter 20-Jähriger. Nur durch sofortiges Bremsen habe der Mercedes-Fahrer einen Zusammenstoß verhindern können.

An der Einmündung der Marbacher Straße zur Schlossstraße wartete der BMW dann an der Ampel neben einem blauen BMW-Cabrio. Sowohl der 20-Jährige als auch der Unbekannte im Cabrio sollen im Stand ihre Motoren aufheulen und ihre Reifen durchdrehen lassen haben. Nachdem die Ampel auf Grün umgeschaltet hatte, beschleunigten beide Männer stark und lieferten sich mutmaßlich ein Rennen auf der Schlossstraße.

„Donut“ in der Wilhelmstraße

Beide BMW bogen im weiteren Verlauf nach rechts in die Wilhelmstraße ab. Dort soll der 20-Jährige wenig später einen „Donut“ gedreht und nach rechts auf die Stuttgarter Straße abgebogen sein. Die Polizei hatte in der Zwischenzeit eine Fahndung gestartet und stoppte den BMW-Fahrer in der Erich-Schmid-Straße. Der Führerschein des 20-Jährigen wurde beschlagnahmt.

Bei dem noch unbekannten Fahrer des BMW-Cabrios soll es sich um einen etwa 20 bis 30 Jahre alten Mann mit dunklen Haaren gehandelt haben. Zeugen und weitere Geschädigte erreichen die Polizei unter Telefon 0 71 41 / 18 53 53 oder per E-Mail unter ludwigsburg.prev@polizei.bwl.de.

Der verhinderte Zusammenstoß in diesem Fall erinnert frappierend an einen tödlichen Raserunfall, bei dem im März zwei junge Frauen in Ludwigsburg ums Leben gekommen sind. Sie hatten aus der Ausfahrt einer Tankstelle heraus auf die Schwieberdinger Straße abbiegen wollen und waren von dem Mercedes eines 32-Jährigen gerammt worden, der im Zuge eines illegalen Autorennens mit gut 150 Stundenkilometern unterwegs war.