Die Skulpturenausstellung ist eine interaktive Begegnung mit der Kunst, die nachdenklich machen soll, aber auch zum Schmunzeln anregt Foto: Gottfried Stoppel

Die 18. Auflage der Skulpturenausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ ist eröffnet – zwölf Monate bleiben die Kunstwerke in der Natur. Auch drei Schulen haben sich beteiligt.

Die „Korber Köpfe“ sind volljährig geworden: Am vergangenen Wochenende ist die 18. Auflage der Skulpturenausstellung unter freiem Himmel eröffnet worden. Viele Menschen hatten sich zur Vernissage am Muttertag eingefunden. Nach einer Stärkung an den Verpflegungsständen, begleitet von Livemusik und kräftigem Sonnenschein, machten sie sich anschließend auf den Rundweg rund um den Korber Kopf zu den insgesamt zehn Kunst-Stationen.

Mit dem Shuttlebus auf den Berg

Erstmals gab es das kostenlose Angebot der Gemeinde Korb mit einem Shuttlebus auf den Berg zu kommen. Der Aufbau der Kunstwerke, sagt Künstlerin Ruth Messer, sei heuer besonders anspruchsvoll und zeitintensiv gewesen. Sie hat sich aber gelohnt: Der Weg ist kurzweilig. Er gibt viele Anregungen für Gedanken über das Hier und Jetzt, über die Natur und das Empfinden von Landschaft. Bereichernd ist es, auf den Lebenslauf der einzelnen Künstler zu schauen. Kunsthistorikerin Ute Schönfeld-Dörrfuß aus Waiblingen hat bei der Eröffnung Einblicke gegeben in die Entstehungsgeschichte der Skulpturen, ihre Materialität und ihre Botschaft. Alle Künstler waren am Sonntag vor Ort, zu den einzelnen Stationen begleitete Christoph Wagner aus Stuttgart mit Interpretationen auf der Trompete.

Köpfe gibt es in verschiedensten Formen und Materialien zu bestaunen. Foto: Gottfried Stoppel

Drei Schulen sind wieder dabei, die professionellen Künstler kommen vorwiegend aus dem süddeutschen Umfeld und haben dieses Jahr unter anderem mit Stahl, edlem Stein, Holz und Materialien aus dem Alltag gearbeitet. Es ist wieder eine interaktive Begegnung mit der Kunst, die nachdenklich machen soll und will, aber auch zum Schmunzeln anregt. Ein Angebot, das die Gemeinde Korb mit dem Betrag von 25 000 Euro bezuschusst. Eine Summe, die, wie Bürgermeister Jochen Müller bei der Eröffnung sagte, bei den Etatberatungen immer einvernehmlich gewährt wird. Auch aus dem Kulturetat des Landes, so Müller, gebe es Unterstützung.

Treibende Kraft bei den Korber Köpfen ist von Anfang an das Korber Künstler-Ehepaar Ruth und Guido Messer. Die Freiluftausstellung hat sich in Künstlerkreisen einen Namen gemacht, die Ausschreibung stößt regelmäßig auf großes Interesse. Am Start in die Kunst-Runde stehen zwei mannshohe „Wasserräder“ aus rostigem Eisen. Dem Künstler Walter Zepf gelingt mit den großen Raumkörpern nicht nur optisch eine ungewöhnliche Tiefenwirkung. Die erzeugt wenige Meter weiter auch Guido Messer mit seiner ungewöhnlichen Skulptur „Kopf und Hand“ als Flachrelief. Der Vorhang öffnet sich und vier Personen stehen sich gegenüber, die Münder weit geöffnet. Sie scheinen heftig zu diskutieren.

Als eine Einladung zum Gespräch kann das Kunstwerk von Christine Koch verstanden werden. Sie nennt es „Korber Konferenz“, entstanden ist es aus dem Stamm eines im Allgäu gefällten Ahorns. In die Mitte der sieben Sitzelemente hat sie eine kleine Esskastanie gepflanzt. Aus der Natur stammen auch die „Zutaten“, die Hans Albrecht aus Zell unterm Aichelberg für seine ästhetischen Holzhäuser verwendet. Die Kopfform in den Werken von Horst Wendland und seinem „Blick ins Blau“ und dem „Blick ins Universum“ von Guillermo de Lucca zu erkennen, fällt nicht schwer. Ihre Bedeutung zu ergründen schon eher. Der Flyer, der kostenlos ausgelegt wird, kann helfen. Er liefert auch erklärende Infos zum „Karussel des Lebens“. Die Klasse 9a der Albertville Realschule hat es erdacht. Einer ausgemusterten Kabeltrommel als Grundlage werden zwölf Büsten aus Pappmaché aufgesetzt. Der Besucher soll die mit einem Dach versehene Skulptur drehen. Eine tolle Premiere, denn die Winnender Schule ist zum ersten Mal dabei.

Ein mit Würfeln gefüllter Holzrahmen

Marie-Luise Leifheit, Lehrerin an der Salier-Gemeinschaftsschule Waiblingen, hat sich mit der Kunstprofilklasse 9 dem Gedankengut von Immanuel Kant, dessen 300. Geburtstag dieses Jahr begangen wird, genähert und dazu in einem mit 64 Würfeln gefüllten Holzrahmen Zahlen und Buchstaben angeordnet, die bewegt und zu Zitaten gereiht werden sollen: „Denk mal!“ lautet die Aufforderung. Die Neuntklässler der Waldorfschule Engelberg haben sich an der klassischen Kugel und Kopfform orientiert. Aus Ton haben sie 30 Tierköpfe modelliert und auf Metallstäben in die Erde gesteckt.

Für die Interaktion zwischen Kunstwerk und Kunstbetrachter bietet sich der Standort 5 in besonderer Weise an. Die mehrteilige und mehrfarbige Skulptur von Gernot Zechling und Lisa Klimesch, Vater und Tochter, mit dem Namen „Vis-a-Vis“ erfüllt diesen Anspruch.

Die Kunstwerke sind bis 27. April 2025 zu sehen. Mehr Infos unter: www. korb.de