Felix Finkbeiner, Lehrer an der Realschule Oberesslingen, hat mit den Schülern der neunten Klassen an der virtuellen Messe teilgenommen. Foto: Roberto Bulgrin

Die von der Eßlinger Zeitung organisierte Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ wurde in diesem Jahr rein digital auf die Beine gestellt. Rund 800 Besucher informierten sich über verschiedene Berufe und kontaktierten die Unternehmen per Chat.

Kreis Esslingen - Die Tür zur Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ öffnete sich auf besondere Weise – über einen Mausklick. Anstatt zu Fuß über das Gelände im Neckar Forum in Esslingen zu schlendern, saßen die Besucher zu Hause vor dem Computer. Wegen der Coronapandemie wurde die 13. Ausgabe der von der Eßlinger Zeitung veranstalteten Messe von Donnerstag bis Sonntag digital organisiert. Mit einer E-Mail-Registrierung hatten Schüler, Eltern und Lehrkräfte die Möglichkeit, die Veranstaltung virtuell zu besuchen. Auch die Unternehmen präsentierten sich mit einem Online-Messestand. Mit Hilfe von Videos oder PDF-Dokumenten konnten sich die Besucher ein Bild von unterschiedlichen Berufsfeldern machen, über ein Chatprogramm Kontakt zu den Ansprechpartnern der Firmen aufnehmen und ihre Fragen stellen.

Neue Form einer Messe

Die etwas andere Form einer Online-Messe kam bei Besuchern und Teilnehmern gut an. Sie sprachen aber auch die Nachteile an. Michael Ehret, Ausbildungsleiter bei der AOK, etwa hat das Angebot zwar gefallen. Er habe vor der „Karriere 2021“ schon zweimal an einer Online-Ausbildungsmesse teilgenommen, sagt er. Doch die digitale Form sei nicht mit einer Präsenzmesse vergleichbar. Die Problematik einer virtuellen Messe sehe er darin, dass man die Besucher im Chat nicht sehen könne. Auf einer Präsenzmesse gebe es intensivere Gespräche. Auch Carolin Seyffert, Ausbildungsleiterin bei den Stadtwerken Esslingen, meint, bei einer Präsenzmesse seien tiefer gehende Gespräche als im Chat möglich. Sie sagt aber auch: „Ich glaube, dass es eine gute Alternative ist“. Die Hemmschwelle, auf einen Ansprechpartner persönlich zuzugehen, sei für Schüler bei einem Chat geringer als bei einer Präsenzmesse. Eine Kombination aus virtueller Messe und Präsenzveranstaltung fände sie gut. Sie ist zum ersten Mal bei einer virtuellen Karrieremesse dabei, und der digitale Stand habe ihr gut gefallen. Er sei für die Besucher „logisch aufgebaut“ und „selbsterklärend“.

Service für die Besucher

Auch die Gäste stießen auf eine ganz neue Art von Messe. Sie kamen bei ihrem virtuellen Besuch zuerst in einen Eingangsbereich. Von hieraus hatten sie verschiedene Möglichkeiten. Die vorgestellten Berufe waren in handwerkliche, technische, kaufmännische, kreative, soziale oder IT-Branchen aufgeteilt. Mit einem Mausklick auf einen dieser Bereiche erhielt der Besucher eine Auswahl der Unternehmen, die Ausbildungsberufe in eben diesem Bereich anbieten. Für die Besucher gab es außerdem eine Messezeitung, einen Orientierungstest, einen Vortragsraum und ein Start-Video.

Teil des Stundenplans

Schüler, Eltern und Lehrkräfte schlenderten so virtuell über die Messe. Für die Neuntklässler der Realschule Oberesslingen wurde der Messebesuch in den Unterricht integriert. Felix Finkbeiner, Lehrer und Ansprechpartner der Berufsorientierung, hat diese Kombination organisiert. Bereits zu Wochenbeginn habe er den Schülern gezeigt, wie sie sich für die Veranstaltung anmelden können. Beim virtuellen Messebesuch seien der Klassenlehrer oder der Wirtschafts-Berufs-Studienorientierungslehrer als Ansprechpartner zur Verfügung gestanden, berichtet der Pädagoge. Der Großteil der Schüler habe sich am Freitagmorgen von der dritten bis zur fünften Unterrichtsstunde online über die verschiedenen Berufe informiert. In Zeiten der Coronapandemie seien das wichtige Angebote für die Berufsorientierung und die Ausbildungswahl. Auch Regine Kälber, Rektorin der Realschule Oberesslingen, hält die Veranstaltung für wichtig. Die Schule habe in dieser Woche selbst eine eigene digitale Messe zur beruflichen Orientierung organisiert – und als passende Ergänzung dazu stand „Karriere 2021“ auf dem Stundenplan.

Ein gutes Feedback

Die Veranstaltung erhielt also ein gutes Feedback. Etwa 800 Besucher hatten sich dafür angemeldet. Organisatorin Heike Poliak-Klein von der Eßlinger Zeitung ist erleichtert über den positiven Verlauf: Sie habe bereits gute Rückmeldungen erhalten, und auch der Chat sei von den Besuchern gut angenommen worden.

Fortsetzung ist geplant

Eine digitale Fortsetzung von „Karriere 2021“ ist von Donnerstag, 8., bis Sonntag, 11. Juli, geplant. Sollte es die Coronalage zulassen, soll es am Samstag, 10. Juli, zudem eine Präsenzveranstaltung geben. Infos stehen unter https://messen-esslingen.de/karrieremesse/.

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