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Rund neun Millionen Menschen in Deutschland haben altersbedingte Augenerkrankungen, die zur Erblindung führen können. Wer bestimmte Risikofaktoren minimiert, beugt dem vor.

Ab dem 40. Lebensjahr lassen Vitalität und Frische kontinuierlich nach – das betrifft leider auch die Augen. Den Effekt kennen viele: Die Zeitung und anderes Kleingedruckte lassen sich nur noch mit ausgestrecktem Arm gut lesen. Der Grund: Die Augenlinse ist weniger elastisch, es kommt zur Altersweitsicht. Hier schafft zunächst eine helle Lampe Abhilfe, später dann auch eine Lesebrille. Über 60-Jährige benötigen dreimal so viel Licht wie 20-Jährige, da die Leistungsfähigkeit der lichtempfindlichen Zellen auf der Netzhaut mit dem Alter zunehmend sinkt. Entwickelt sich eine altersabhängige Augenerkrankung wie die Makuladegeneration oder Grauer Star, reichen solch einfache Maßnahmen jedoch nicht mehr aus.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können eine Erblindung verhindern 

Obwohl sich mehr als 50 Prozent der Deutschen davor fürchten, im Alter ihre Sehkraft einzubüßen, gehen rund 70 Prozent von ihnen erst zum Arzt, wenn schon Probleme mit den Augen bestehen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar. Dabei ist eine regelmäßige Früherkennung beim Augenarzt für den Erhalt der Sehkraft immens wichtig, Augenärzte raten ab dem 40. Lebensjahr dazu: Je früher die Ursachen für eine mögliche Erblindung im Alter wie Grüner Star (Glaukom) und die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) erkannt und therapiert werden, desto mehr Sehkraft kann erhalten bleiben.

AMD, Glaukom und Katarakt

Hinter diesen Begriffen verbergen sich verschiedene altersbedingte Augenerkrankungen – hier im Überblick.

AMD:

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) kann ab dem 50. Lebensjahr auftreten, mehr als sieben Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Die Erkrankung führt zu einer Schädigung der Sehnervenzellen im Bereich des scharfen Sehens auf der Netzhaut. Gerade Linien wie die Fugen einer gekachelten Wand erscheinen verzerrt, in der Mitte des Sichtfelds zeigt sich ein grauer Fleck. Die trockene Form der AMD schreitet nur langsam voran, die feuchte Form jedoch kann schnell zu unwiederbringlichen Sehverlusten führen: Bei ihr kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut, wodurch die Sehzellen absterben. Im Gegensatz zur trockenen Form ist die feuchte AMD jedoch gut behandelbar. Durch die regelmäßige, nicht schmerzhafte Injektion von Wirkstoffen ins Auge lässt sich der weitere Verlust der Sehkraft aufhalten. 

Glaukom (Grüner Star):

Bei dieser Augenerkrankung wird der Sehnerv in Mitleidenschaft gezogen, meist durch einen erhöhten Augeninnendruck. Es kommt zu blinden Flecken oder einem langsamen Verlust des Sehens in der Peripherie, also in den Randbereichen des Sehens. Rund eine Million Menschen sind hierzulande betroffen. Grüner Star lässt sich mit Augentropfen etwa zur Senkung des Augeninndrucks behandeln, doch auch hier gilt: Sind Schäden bereits entstanden, können sie nicht rückgängig gemacht werden.

Katarakt (Grauer Star):

Ganz langsam trübt die Augenlinse ein, die Sicht wird immer verschwommener, Kontraste lassen sich schlechter wahrnehmen – häufig bemerken Betroffene die nach und nach auftretenden Symptome erst sehr spät. Behandelt wird nicht mit Medikamenten, sondern operativ. Bei diesem ambulanten Eingriff entfernt der operierende Arzt die getrübte Linse und ersetzt sie durch eine künstliche. Wie häufig die Erkrankung auftritt, zeigt die Zahl der Behandlungen: Der Eingriff wird in Deutschland rund 800.000-mal pro Jahr durchgeführt und zählt damit zu den häufigsten Operationen.

Risikofaktoren minimieren

Nicht nur das Alter, auch unser Verhalten und unsere Umwelt wirken sich auf die Gesundheit der Augen aus. Eine aktuelle Studie britischer Forscher belegt, dass Luftverschmutzung und insbesondere die Feinstaubbelastung negative Auswirkungen auf unsere Netzhaut haben und das Risiko für eine AMD offenbar erhöhen. Weitere Studien haben zudem festgestellt, dass eine andere Art von Feinstaubbelastung, das Rauchen, ein Risikofaktor für die Entstehung einer AMD ist. Die UV-Strahlung der Sonne schadet ebenfalls der Netzhaut und der Augenlinse – eine Sonnenbrille mit sehr gutem UV-Schutzfilter ist also eine lohnende Anschaffung.

Zudem spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Das zeigt eine Studie, die in der US-Fachzeitschrift „Ophthalmology“ erschienen ist: Menschen, die regelmäßig viel Gemüse, Fisch und Olivenöl zu sich nehmen, erkranken demnach seltener an einer AMD als Konsumenten von viel Fleisch, und Milchprodukten. Eine augenfreundliche Kost sorgt zudem für ausgeglichene Blutzucker- und Cholesterinwerte. Sind diese dagegen erhöht, ist das ein weiterer Risikofaktor für altersbedingte Augenerkrankungen.

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