An der Benzstraße soll ab August 2023 ein Gebäude mit drei Sporthallen errichtet werden. Kosten liegen bei rund 36 Millionen Euro.
Im Neckarpark in Bad Cannstatt schlägt das Sportherz der Landeshauptstadt. Er ist nicht nur die Heimat des VfB Stuttgart mit seinem Vereinsgelände und der Mercedes-Benz-Arena, dort befinden sich auch mehrere Vereinssportanlagen, eine Bezirkssportanlage, zentrale Einrichtungen von Leistungszentren wie Kunstturnen, Beachvolleyball, Leichtathletik und Volleyball sowie der Olympiastützpunkt. Erst im vergangenen September wurde dort das große Sportbad mit 50-Meter-Becken eröffnet. Zu guter Letzt ist auch das Haus des Sports im Neckarpark angesiedelt.
Baubeginn soll im August 2023 sein
Diese große Ansammlung von Einrichtungen für den Sport soll jetzt Zuwachs bekommen. Die Stadt plant ein neues Sportzentrum mit einem Judo- und einem Beachvolleyballzentrum sowie Sportflächen für Vereine. Der neue Treffpunkt für Vereins- und Leistungssportler entsteht in der Nachbarschaft zum Parkplatz des VfL Stuttgart. Die voraussichtlichen Baukosten betragen 36,4 Millionen Euro.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik hat die Einbringung des Projektbeschlusses bereits zustimmend zur Kenntnis genommen. Am 9. Februar ist die Beschlussfassung im Gemeinderat. Gibt das Gremium grünes Licht, so könnte bereits im August Baubeginn sein. Mit einer Fertigstellung rechnet man für September 2025.
Eigentlich sollte das neue Sportzentrum, die ersten Pläne gab es 2016, bereits im Rohbau stehen. Denn schon im Sommer 2020 stimmte der Gemeinderat der Bebauung des Grundstücks Q 22 zu. Doch von dem erklärten Ziel, die neue Großhalle noch vor der Fußball-EM 2024 fertigzustellen, bei der fünf Spiele in Stuttgart stattfinden werden, musste man sich verabschieden. Das komplexe Raumprogramm und der schwierige Baugrund (Heilwasserschutzgebiet) verhinderten eine zügige Umsetzung. Das Stuttgarter Büro Aldinger Architekten musste in einem Gebäude eine Sporthalle für Vereine, eine Judohalle und ein Beachvolleyballzentrum unterbringen – eine Aufgabe für Tüftler. Denn die Architekten müssen die Sportbereiche mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen, Sanitäranlagen, zwei Foyers und zwei Zugänge sowie Treppenhäuser, Büros und Lehrräume in einem Gebäude unterbringen. Möglich macht dies eine „Stapelung“ der Hallen, wobei die Bereiche Beachvolleyball und Judo unten angeordnet werden, da nur im Erdgeschoss eine unkomplizierte Anlieferung und Abholung von Sand möglich ist. Auf der darüber liegenden Ebene wird die teilbare Sporthalle gebaut. Die zwischen den Hallen entstehenden Freiräume werden mit den Nebenräumen ergänzt.
Kein Platz für Squash-Halle
Im Zuge der aufwendigen Raumplanung musste sich die Stadt auch von der Möglichkeit verabschieden, eine Squash-Halle als Anbau zu realisieren. Laut Stadtverwaltung war hierfür kein Platz mehr übrig, da ein Unterkellern des neuen Sportzentrums, das in etwa die Größe des Quartierparkhauses an der Benzstraße haben wird, nicht möglich ist. Ein weiteres Problem: Wer gräbt, der stößt bereits nach 1,5 Metern auf Grundwasser. Kellerräume sind folglich nicht möglich.
Stellplatzangebot überarbeiten
In der Summe waren die Fraktionen von dem künftigen Sportzentrum angetan. Diskussionen und Änderungsbedarf sahen die Grünen allerdings bei der Frage der Stellplätze. Als Baustellenzulieferfläche wird der Parkplatz des VfL Stuttgart benötigt. Aus diesem Grund baut die Stadt dafür einen Ersatz oberhalb des Vereinsheims an der Benzstraße. Zusammen mit den heutigen Stellplätzen, die nach der Fertigstellung des Sportzentrums wieder hergerichtet werden sollen, gäbe es somit 35 Auto- und 60 Fahrradstellplätze mehr.
„Es ist fraglich, ob man alle alten Parkplätze des Vereins wieder herrichten muss“, sagte der Grünen-Stadtrat Björn Peterhoff. Nach Meinung von Beate Bulle-Schmid werden die Stellplätze sehr wohl benötigt werden. „Das große Sportangebot erfordert ein entsprechend großes Parkplatzangebot“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU. Die Verwaltung wird sich jetzt Gedanken machen, in welchem Umfang das aktuelle Stellplatzangebot wieder hergestellt werden soll.