Mit dem Maul eines Krokodils kann man sich das Größer- und Kleiner-als-Zeichen merken. Foto: Pixabay

Eselsbrücken sind so eine Sache. Sie bleiben gut im Gedächtnis, aber nicht immer lassen sie sich nach Jahren noch richtig anwenden. EZ-Reporterin Julia Theermann hat das in einer Diskussion mit ihrem Mann festgestellt.

Esslingen - Es gibt Zeiten, da kommt man nicht von den in der Schule gelernten Eselsbrücken weg. So kann die Autorin bis zum heutigen Tage einen unheimlich langen Merkspruch für die lateinischen Pronominal- und Numeraladjektiva zitieren – die Anwendung funktioniert aber nicht so ohne Weiteres.

Ähnliches passierte der Schreiberin dieser Zeilen neulich mit ihrem Gatten. Auf der Wohnungssuche hatten sie Kontakt mit einem Mann, der in einer E-Mail von einer Wohnfläche von „>80 Quadratmetern“ sprach. Für die Autorin war klar: „Größer als 80 Quadratmeter“. Der Ehemann sah das anders: „Das Krokodil frisst vom Größeren“, zitierte er eine Eselsbrücke aus dem Matheunterricht. Daher sei entweder „kleiner als 80 Quadratmeter“ gemeint, oder der Vermieter habe sich geirrt. Für die Autorin erschloss sich diese Logik nicht. Von einem solchen Krokodil hatte sie nie gehört. Aus dem Kleiner-als-Zeichen lässt sich ein K machen, so hat sie das gelernt. Und außerdem war dem Kontext leicht zu entnehmen, dass es sich um „größer als 80 Quadratmeter“ handelt.

Im Wortgefecht gewann jedoch der Ehemann: er kennt die nicht gerade glänzende Mathenote der Autorin. Sie ist aber immer noch überzeugt, im Recht zu sein. Ihrer Meinung nach irrt der Ehemann. Ganz wie bei den Pronominal- und Numeraladjektiva ist die Eselsbrücke noch im Kopf, aber bei der Anwendung hapert es. Aber nach diesem Schlag unter die Gürtellinie hat sie sich lieber aus dem Kampf zurückgezogen.

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