Manche Diebesgeschichten sind einfach skurril. In Frankreich machte eine Lama mit seinen Entführern eine Abenteuertour durch das nächtliche Bordeaux. Foto: dpa

In Corona-Zeiten braucht man Dinge, die das Gemüt erheitern. Dazu können auch Geschichten von Gaunern beitragen.

Esslingen - Klauen ist uncool, ganz klar. Doch es gibt Diebesgeschichten, die sind einfach so skurril, dass sie das Gemüt erheitern – so wie die jüngste Einbruchskomödie aus Hochdorf: Ein Mann bricht in eine Bäckereifiliale ein, wird vom Schlaf übermannt und am nächsten Tag von Mitarbeitern immer noch schlafend am Tatort entdeckt. Die kriminologische Frage lautet in diesem Fall freilich nicht: „Wer war der Einbrecher?“, sondern „Was war in den süßen Stückchen?“ Aber wie auch immer, es kann jedenfalls auch nach geglücktem Einbruch noch viel schiefgehen: In Deutschland startete ein Mann mit seiner vermeintlichen Diebesbeute eine Online-Auktion. Der Bestohlene entdeckte sein Hab und Gut auf der Plattform, bot eifrig mit – und erschien zur Abholung gleich mit der Polizei.

Beliebte Orte, um etwas mitgehen zu lassen, sind Hotels, vielleicht weil Reisende ohnehin auf einem Abenteuertrip sind. Was mitgeht, ist von Nation zu Nation verschieden. Österreicher zeigen sich bei der Liste der aus Hotels entwendeten Gegenstände als Land des guten Geschmacks und sind auf Geschirr und Kaffeemaschinen spezialisiert. Holländer sind dagegen pragmatisch veranlagt und stecken vor allem Glühbirnen und Toilettenpapier ein. Und in England hatte ein Gast gleich einen Schraubenzieher dabei, mit dem er die Nummer seines Hotelzimmers abschraubte. Entdeckt wurde der Diebstahl aber erst, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte.

Alkohol hat, was das Klauen angeht, eine ähnliche Wirkung wie das Reisen. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht haben in Bordeaux fünf junge Franzosen ein Lama aus einem Zirkus gestohlen und sind mit ihm sogar Tram gefahren. Serge, das Lama, soll überaus zutraulich gewesen sein und ließ sich mit seinen Entführern bereitwillig fotografieren. Vielleicht weil Serge wusste, dass die geposteten Fotos sich so schnell über die sozialen Netzwerke verbreiten würden, dass es für die Polizei ein Leichtes sein würde, seinen Entführern auf die Spur zu kommen. Am Ende findet so manches Diebesgut ohnehin wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer zurück. So wie der Maßkrug, der vor einiger Zeit per Post beim Münchner Hofbräuhaus ankam. Stibitzt hat ihn eine heute 73-jährige US-Amerikanerin im Sommer 1965, als sie noch „wild, rücksichtslos und unbedacht war“, wie sie in der beiliegenden Entschuldigungskarte bedauert. Die Dame hat eine Einladung zum Freibier bekommen. Merke: Ehrlichkeit zahlt sich aus!