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Viele Städte putzen sich vor Ostern für die bevorstehende Freiluftsaison mit einem Frühjahrsputz heraus. Mit dabei ist in diesem Jahr erneut die Stadt Stuttgart, die als Erfinder des kommunalen Frühjahrsputzes gilt.

StuttgartOb in Form einer Novelle der Landesbauordnung oder als Umweltschutzaktion: In Stuttgart ist der Frühlingsputz derzeit allgegenwärtig. Während sich Kommunalpolitiker dafür aussprechen, die Landesbauordnung einem konsequenten Frühjahrsputz zu unterziehen, um endlich Platz für neuen Wohnraum zu schaffen, laufen im Stuttgarter Rathaus derweil die Vorbereitungen für den traditionellen Frühlingsputz auf Hochtouren. Stuttgart gilt deutschlandweit als Erfinder des Frühjahrsputzes.

Viele Städte auf Bundesebene haben sich die Stuttgarter Aktion mittlerweile zum Vorbild genommen. Der Stuttgarter Frühlingsputz “Lets putz” basiert auf einem initiierten Wettbewerb zwischen den einzelnen Bezirken. Durch das Engagement der Einwohner soll der sauberste Bezirk der Stadt ermittelt werden. Hierfür statten die Rathäuser die Bürger mit Müllsäcken und Schutzhandschuhen aus. Kernaufgabe ist es, den weggeworfenen Müll und Unrat aufzusammeln. Für die Bezirke lohnt sich die Teilnahme am Stuttgarter Wettbewerb. Der sauberste Bezirk, der anhand der Anzahl der Teilnehmer ermittelt wird, kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro freuen.

Der Stuttgarter Frühjahrsputz hat eine lange Tradition. Schon in den 1990er Jahren wurde er als Weltrekordversuch gestartet. Damals musste sich CDU-Politiker Wolfgang Schuster, der die Aktion ins Leben rief, noch den Spott der gesamten Republik gefallen lassen. Doch schon die erste Austragung von Lets putz erwies sich als großer Erfolg. Viele Städte sind seitdem nachgezogen. So kam das Stuttgarter Engagement beispielsweise auch im Norden der Republik an und findet mit “Hamburg räumt auf” eine ähnliche Aktion. Auch in Bayern gehören die kommunalen Frühjahrsputze zu den fest etablierten Aktionen.

Das Engagement am kommunalen Frühlingsputz ist hoch. Ein Grund hierfür ist das Image, dass der Großputz zum Saisonauftakt inne hat. “In vielen Haushalten wird der Frühlingsputz nicht nur praktiziert, sondern gelebt. Dabei geht es hier schon längst nicht mehr nur darum, den Schmutz der letzten Wochen den Kampf anzusagen.”, wie Experten betonen. Demnach habe der Frühlingsputz für die meisten Menschen auch eine psychologische Wirkung.

Vom Land bis in die Stadt gilt der Frühlingsputz heute in vielen Haushalten als in. Selbst in den Städten, die in denen sich sonst kaum einer mit dem Putzen rühmt, wird die große Reinigungsaktion praktiziert.

Das Equipment, was für den heimischen Frühjahrsputz gebraucht wird, weicht dabei deutlich von dem der kommunalen Aktionen ab. Auf kommunaler Ebene benötigen Bürger Handschuhe und Müllsäcke für die Putzarbeit. Um die eigene Wohnung oder das Haus auf Vordermann zu bringen, sind dagegen andere Utensilien nötig.

- Putzutensilien: Los geht es mit den Putzutensilien für den Frühjahrsputz (wie z.B. passende Lappen, Handschuhe, einen Eimer, Tücher zum Staubwischen und Reiniger für die verschiedenen Einsatzzwecke).

- Geräte: Damit die Arbeit leichter von der Hand geht, eignen sich automatische Staubsauger-Roboter, elektrische Fensterreiniger, Waschmaschine, Trockner und Nasswisch-Geräte. Nicht jede Arbeit lässt sich mit Geräten verrichten, aber zumindest sämtliche Polster-, Stoff- und Fensterarbeiten lassen sich damit reinigen.

- Feinschliff: Wenn Küche, Wohnzimmer und Co. gereinigt sind, folgt der Feinschliff. Nicht Gebrauchtes wird entsorgt (z.B. im Badezimmer) und auch im Kinderzimmer sollte ordentlich aufgeräumt werden. Das Luftklima lässt sich verbessern, indem ein Luftbefeuchter die Luftfeuchtigkeit erhöht (oder ein Luftentfeuchter die Feuchtigkeit senkt) und auch Raumspray versprüht einen angenehmen Geruch in der frisch geputzten Wohnung.

Verbraucherexperten unterstreichen, dass es auch beim Putzen oft darum geht, die bequemste und schnellste Lösung zu finden. So wird der meist trockenen Heizungsluft der Kampf angesagt. Nach dem Start arbeiten die Befeuchter ähnlich wie die Saugroboter vollautomatisch und schaffen zuverlässig ein angenehmeres Klima.

Traditionell fällt der Frühlingsputz in die Fastenzeit. In den Wochen vor Ostern entschlacken viele Gläubige bis heute ihren Körper, in dem sie konsequent auf viele Lebensmittel verzichten. Beim Frühlingsputz wird das Fasten auf die Umgebung ausgedehnt. Vor Jahrhunderten war der Frühjahrsputz aber auch ein familiäres Großereignis. “Im bäuerlichen Leben gab es kaum Zeit, damit Stall, Haus und andere Nebengelasse gründlich gereinigt werden konnten. Lediglich im Frühling nahm sich die Familie dafür Zeit.”, erklären Psychologen.

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