Die Große Azteken Landesausstellung ist noch bis zum 3. Mai im Stuttgarter Lindenmuseum zu sehen. Foto: picture alliance/dpa/Christoph Schmidt

Mit einer großen Ausstellung aztekischer Kunst bringt das Stuttgarter Linden-Museum ein neues und weniger blutrünstiges Licht auf die zerstörte Kultur dieses einstigen Reiches werfen. Anlass ist der 500. Jahrestags der Landung des spanischen Eroberers Hernán Cortés im Golf von Mexiko.

Stuttgart - Skulpturen, Schmuck, Schilde und Mosaikmasken: Mit einer großen Ausstellung aztekischer Kunst wirft das Stuttgarter Linden-Museum noch bis zum 3. Mai ein weniger blutrünstiges Licht auf die zerstörte Kultur dieses einstigen Reiches. Aus Anlass des 500. Jahrestags der Landung des spanischen Eroberers Hernán Cortés im Golf von Mexiko spannt die Große Landesausstellung an einen weiten Bogen: vom Alltag der Azteken (ca. 1430 – 1521 n. Chr.) über deren Politik der Tribute, die das Imperium seinen eroberten Provinzen auferlegte, bis hin zu den rituellen Opfergaben, die auch zahllose Menschenleben kosteten.

Im Fokus der Ausstellung mit ihren rund 150 Leihgaben stehen zwei von weltweit noch vier erhaltenen Federschilden der Azteken und eine Grünsteinfigur des Landesmuseums Württemberg. Detailverliebt, filigran in der Herstellung und teils in verblichenen Farben erzählen die ausgestellten Objekte vom untergegangenen Reichtum im heutigen Mexiko. „Es ist die erste Ausstellung, in der versucht wird, das Alltagsleben der Azteken dazustellen, auch, um dieses oft auf seine Rituale reduzierte Volk zu humanisieren“, sagt Co-Kurator Martin Berger. Deutlich wird auch der Umfang des damaligen Azteken-Zentrums, des Stadtstaats Tenochtitlan. Innerhalb von weniger als drei Jahren machten die einfallenden Spanier diese einst größte Stadt der Welt dem Erdboden gleich und löschten damit die aztekische Hochkultur aus. Beginnend mit der Peripherie des aztekischen Imperiums und der natürlichen und kulturellen Vielfalt Mexikos, nähert sich der Besucher dem Inneren des Reiches und seiner Hauptstadt Tenochtitlan. Nach dem Durchschreiten des Herrscherpalastes des Kaisers Moctezuma betritt man das Innerste des Imperiums: den heiligen Bezirk mit dem Haupttempel Templo Mayor. Die aztekischen Steinskulpturen bestechen durch ihre naturgetreue Darstellungsweise, häufig kombiniert mit Kalenderzeichen, Charakteristika bestimmter Gottheiten oder der Kombination verschiedener Götter. Mosaikmasken, Federarbeiten und Goldschmuck lassen erahnen, welche Pracht am Hofe des Aztekenherrschers herrschte. Den Bilderhandschriften ist ein eigener Abschnitt gewidmet. Als Besonderheit präsentiert die Ausstellung neueste Forschungs- und Ausgrabungsergebnisse. Das Ausgrabungsprojekt Templo Mayor sowie das angeschlossene Museum haben dafür erst kürzlich entdeckte, noch nie ausgestellte Opfergaben zur Verfügung gestellt. Insgesamt sind rund 150 Leihgaben aus mexikanischen und europäischen Museen zu sehen.

„Azteken“ ist eine Ausstellung des Linden-Museums Stuttgart in Kooperation mit dem Nationaal Museum van Wereldculturen (Niederlande). Der Eintritt kostet 12/10 Euro, ein Familienticket ist für 24 Euro zu erstehen.

www.lindenmuseum.de

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