Cyril (Aaron Hilmer) und Roxy (Luna Wedler, vorne Mitte) Foto: Tobis - Tobis

Ein junger Mann verliebt sich in Aron Lehmanns erfrischender Teenager-Komödie „Das schönste Mädchen der Welt“ unsterblich in eine Mitschülerin. Doch sein Riesenzinken steht ihm im Wege – glaubt er jedenfalls...

EsslingenWer im Fundus klassischer Literatur stöbert, begegnet vielen Motiven von zeitloser Aktualität – so wie Edmond Rostands „Cyrano de Bergerac“. Die Geschichte vom genialen Wortkünstler, der wegen seiner riesengroßen Nase im Hintergrund bleibt, während sich ein attraktiver Dummkopf mit der betörenden Poesie des Dichters schmückt, kann auch unter Teenagern im 21. Jahrhundert spielen. Den Beweis tritt Aron Lehmann mit seiner Kino-Komödie „Das schönste Mädchen der Welt“ an.

Als die ebenso kesse wie attraktive Roxy (Luna Wedler) neu in seine Klasse kommt, ist der 17-jährige Cyril (Aaron Hilmer) hin und weg. Dummerweise ist er nicht der einzige, dem sie den Kopf verdreht. Gelegenheit, ihr Herz zu erobern, bietet die Klassenfahrt nach Berlin, die Roxy ziemlich gegen den Strich geht. Im Bus nimmt sie neben Cyril Platz, der sich jedoch keine Chancen ausrechnet, weil ihm sein Riesenzinken im Weg steht. Roxy mag Cyrils Humor. Attraktiv findet sie jedoch Rick (Damian Hardung), doch der ist keine Leuchte. Als sich Aufreißer Benno (Jonas Ems) an die Neue ranmacht, ist für Cyril klar: Bevor Benno sie kriegt, hilft er Rick, sie zu umgarnen. Und so schreibt er für ihn coole Songs und romantische SMS, die Roxys Herz tatsächlich berühren. Sie ahnt ja nicht, wer wirklich hinter all den schönen Worten steckt ...

Unzählige Male wurde die Geschichte von Cyrano de Bergerac adaptiert – fürs Kino, als Musical und sogar auf Opernbühnen. „Das Original hat eine ganz simple Botschaft“, sagt Produzent Sebastian Zühr über Aron Lehmanns neuen Film. „Es geht um innere Werte, innere Schönheit, um das, was von innen her strahlt und nicht das, was eine Gesellschaft von außen als Manko betrachten könnte – eine große Nase, ein schiefes Ohr oder was auch immer.“ Der Cyrano unserer Tage heißt Cyril und punktet nicht mit zarter Poesie und scharfem Degen wie sein Vorgänger aus dem 17. Jahrhundert, sondern mit frechen Rap-Texten. Lehmann und seine Co-Autoren Lars Kraume und Judy Horney verbinden den Gedanken des Klassikers mit Elementen moderner Schul-Komödien: Dämliche Tussis, eine allzu patente Mutter (Anke Engelke) und eine coole Lehrerin (Heike Makatsch) – alles ist irgendwie schon mal dagewesen. Dennoch wirkt „Das schönste Mädchen der Welt“ nie wie ein fader Abklatsch ausgelutschter Klischees, sondern – dank erfrischender Hauptdarsteller wie Luna Wedler und Aaron Hilmer – zeitgemäß und originell.

Aron Lehmanns Komödie zeigt in einer gelungenen Mischung klassischer und moderner Elemente, dass man wahre Schönheit nicht nur an der Nase erkennt.

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