In Helsinki, Heidelberg oder Oslo sind aufregende neue Theater, Museen und Opernhäuser entstanden. Die Projekte haben eines gemeinsam – und könnten mit diesem Merkmal Vorbild für zukünftige Stuttgarter Kulturbauten sein.
Stuttgart - Mit neuen Kulturbauten macht Stuttgart derzeit nicht von sich reden. Doch die Zeit wird kommen: Das Opernhaus wird saniert werden, eine Interims-Spielstätte entstehen; das Linden-Museum soll sein betagtes Domizil gegen einen zeitgemäßen Neubau eintauschen. Dann gibt es jene in der Stadt, die ein neues Konzerthaus für überfällig halten. Und die Architektenschaft bekommt womöglich endlich ihr lange ersehntes Zentrum für Baukultur. Kultur und Kunst sind Teil unserer gesellschaftlichen Identität und unseres seelischen Reichtums; Kulturbauten können in Städten und Kommunen erstaunliche gesellschaftliche Impulse auslösen, sagte unlängst der renommierte Stadtplaner Jörn Walter in einem Interview mit unserer Zeitung,
Beispielhafte Theater, Museen und Opernhäuser
Bis in Stuttgart die ersten Baugruben für diese Projekte ausgehoben werden, kann es noch eine Weile dauern. Die Zeit lässt sich nutzen – zum Beispiel für die notwendige Debatte, was überhaupt einen guten und zukunftsfähigen Kulturbau ausmacht.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Interview mit Stadtplaner Jörn Walter über Kulturbauten der Zukunft
Wie so oft, lohnt es sich hierfür, über den Stuttgarter Kesselrand hinauszuschauen und zu entdecken, wo in jüngster Zeit mit neuen Theatern, Opernhäusern und Museumsbauten architektonische wie auch städtebauliche Erfolgsgeschichten geschrieben wurden – und warum.
Niederschwelligkeit ist entscheidend
Für die Städtebau-Koryphäe Jörn Walter, vormals Oberbaudirektor der Hansestadt Hamburg, ist es entscheidend, dass ein der Kultur gewidmetes Gebäude niederschwellig zu erreichen ist, dass es also möglichst alle Bevölkerungsschichten einlädt, es zu nutzen und nicht nur die Eliten, denn nur so werde es von der Stadtgesellschaft akzeptiert. Diese leichte Zugänglichkeit lässt sich auf verschiedene Weise erzielen – unterschiedliche Funktionen in dem Bau zu vereinen, ist eine Möglichkeit, von der etwa die viel gerühmte Hamburger Elbphilharmonie Gebrauch macht, die ja weit mehr als nur ein Konzerthaus ist.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Debatte um das geplante Zentrum für Baukultur in Stuttgart
Auch für Andrea Jürges, stellvertretende Direktorin des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main, ist demokratische Offenheit und Transparenz ein wesentliches Merkmal eines gelungenen zeitgemäßen Kulturbaus. Wobei diese Offenheit nicht nur die Architektur, sondern auch die Nutzungskonzeption kennzeichnen kann. Das Foyer der neuen Nationaloper in Oslo ist etwa so multifunktional bespielbar, dass darin auch schon ein Bridge-Turnier stattgefunden habe, wie Jürges jüngst in der Online-Vortragsreihe „Kulturbauten der Zukunft“ ausführte.
Vorbild für Stuttgart?
In unserer Bildergalerie stellen wir das neue Osloer Opernhaus und weitere spannende Beispiele einer neuen Generation von Kulturbauten vor, die in ganz Europa entstanden sind und womöglich bei den geplanten Stuttgarter Kulturbauten als Vorbilder dienen können.
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