Zum Jahresende bleibt die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis stabil. Doch die Chefin der Agentur für Arbeit sieht weiter großen Handlungsbedarf.
Der Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis hält sich zum Jahresende überraschend stabil – das teilen die Agentur für Arbeit und das kommunale Jobcenter mit. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 4,5 Prozent – genauso wie im November, aber 0,2 Punkte höher als noch vor einem Jahr. Insgesamt waren im Dezember 11.100 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 weniger als im Vormonat.
Christine Käferle, die Leiterin der Agentur für Arbeit Waiblingen, betont: „Die wirtschaftliche Abschwächung und Strukturveränderungen sind weiterhin spürbar. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es rund 500 Arbeitslose mehr – das sind Herausforderungen, denen wir mit gezielten Maßnahmen begegnen müssen.“
Trotzdem gibt es auch positive Signale: Seit August sinkt die Zahl der Arbeitslosen leicht, aber kontinuierlich – ein Trend, der sich auch im Dezember fortsetzt. Landesweit stieg die Arbeitslosigkeit zwar leicht an, die Quote blieb jedoch stabil bei 4,5 Prozent.
Arbeitsmarkt im Rems-Murr-Kreis: 609 neue Jobs in vier Wochen
In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 877 Menschen im Rems-Murr-Kreis nach dem Ende ihres Jobs arbeitslos. Gleichzeitig fanden 609 Personen wieder eine neue Arbeit, und 569 starteten eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme.
Ein Blick auf die Zuständigkeiten zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Beim Jobcenter Rems-Murr sank die Zahl der arbeitslosen Bürgergeld-Beziehenden um 67 auf 5933 Personen. Bei der Agentur für Arbeit Waiblingen stieg sie hingegen um 39 auf 5167. Damit werden aktuell 53,5 Prozent der Arbeitslosen im Landkreis vom Jobcenter betreut, 46,5 Prozent von der Agentur für Arbeit.
Ein zentrales Thema bleibt der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Aktuell sind 3404 Menschen im Rems-Murr-Kreis länger als zwölf Monate arbeitslos – knapp 31 Prozent aller Arbeitslosen. Davon werden 2898 vom Jobcenter und 506 von der Agentur für Arbeit betreut. „Qualifizierung ist der Schlüssel“, sagt Käferle. Viele Betroffene verfügten nicht über die gefragten Qualifikationen. 2025 hätten deshalb rund 1900 Menschen eine geförderte Weiterbildung begonnen – über sieben Prozent mehr als 2024.
Jugendarbeitslosigkeit sinkt: Assistierte Ausbildung als Schlüssel
Eine gute Nachricht gibt es bezüglich der Jugendarbeitslosigkeit: Die Zahl der arbeitslosen unter 25-Jährigen ist gegenüber dem Vorjahr um 34 Personen gesunken. Mit einer Quote von 3,1 Prozent liegt sie leicht unter dem Vorjahreswert. Ein wichtiger Baustein ist laut der Agentur für Arbeit die Assistierte Ausbildung: Sie unterstützt Auszubildende und Teilnehmende einer Einstiegsqualifizierung im Betrieb oder während desPraktikums – etwa bei schulischen Herausforderungen, persönlichen Problemen oder Konflikten im Betrieb.
Auch Förderunterricht zur Schließung von Wissenslücken ist möglich. Begleitende zertifizierte Bildungsträger stellen feste Ansprechpartner für Betriebe und Teilnehmende, die Kosten übernehmen Agentur für Arbeit und Jobcenter.