Außenrum statt mittendurch: Wegen der Bauarbeiten sind zwischen Stetten und Rommelshausen weiträumige Umleitungen nötig. Foto:  

Wenn es gut läuft, können die Bauarbeiten an der Verbindungsachse zwischen Stetten und Rommelshausen bis Weihnachten abgeschlossen werden.

Noch hält sich der Stau in Grenzen, die Sperrung der Kreisstraße 1857 zwischen den beiden Teilorten Stetten und Rommelshausen löst in Kernen (Rems-Murr-Kreis) bisher vergleichsweise überschaubare Verkehrsprobleme aus. Doch wenn mit dem Ende der Sommerferien auch wieder mehr Autos und Lastwagen unterwegs sind, dürften die Bauarbeiten auf der stillgelegten Verbindungsachse auf allen umliegenden Straßen für einen spürbaren Anstieg der Belastung sorgen – und zwar über Monate hinweg bis mindestens zum Jahreswechsel.

Schuld an der Vollsperrung ist das Wohnquartier auf der Hangweide. Für die Erschließung des Acht-Hektar-Areals in Kernen, in dem künftig bis zu 1500 Menschen leben sollen, verlängern die Tiefbauer nicht nur die als zentrale Verkehrsachse gedachte Friedrichstraße.

Für den Hochwasserschutz wird die Brücke über den Beibach aufgeweitet

Für die Anbindung der in die Reihe der Iba-27-Projekte aufgenommenen Siedlung ans Straßennetz müssen auch zwei Anschlüsse an die K 1857 her. Außerdem werden die Linksabbiegespur zur Hangweide verkehrstechnisch aufgerüstet und die Bushaltestellen an der Strecke barrierefrei ausgebaut.

Und: Auch die Entwässerung des neuen Wohngebiets ist ein Thema. Mit Blick auf den Hochwasserschutz wird an der Brücke über den Beibach der unter der Kreisstraße durchführende Durchfluss aufgeweitet – was größere Bauarbeiten mit sich bringt und alle Gedankenspiele um eine Teilsperrung über den Haufen geworfen hat.

Überlegt wurde im Rathaus von Kernen nämlich durchaus, ob es Lösungen gibt, bei denen der Verkehr zwischen den Ortsteilen nicht monatelang gekappt werden muss. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass es da zumindest in den Spitzenzeiten zu Rückstau kommen wird“, zeigte sich Bürgermeister Benedikt Paulowitsch über die drohenden Auswirkungen im Bild.

Im Gespräch war deshalb eine nur halbseitige Sperrung der Verbindungsachse, auch eine kleinräumige Umfahrung über Feldwege wurde geprüft und wieder verworfen. Selbst der Bau einer provisorischen Behelfsbrücke über den Wasserlauf war angedacht worden – scheiterte aber am Veto der Naturschutzbehörden.

Selbst der Bau einer Behelfsbrücke war in Kernen geprüft worden

Deshalb wird der Durchgangsverkehr über die Landesstraße 1199 zwischen Stetten und Weinstadt-Endersbach zur Landhauskreuzung und weiter in Richtung Rommelshausen geleitet. „Eine Umfahrung über kleine Nebenstraßen ist nicht vorgesehen und auch nicht empfehlenswert – insbesondere nicht für den Schwerverkehr“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Die abgesperrte Straße bei der Hangweide zwischen Rommelshausen und Stetten. Foto: Dirk Herrmann

Gelohnt hat sich das Nachdenken über die Verkehrsführung aber offenbar dennoch. Durch eine angepasste Verkehrsführung für Radfahrer und Fußgänger kann die geplante Bauzeit – und damit auch die Dauer der Vollsperrung – möglicherweise um bis zu drei Monate verkürzt werden. Statt im Frühjahr könnten die Straßenbauer vielleicht schon im Dezember fertig werden. Voraussetzung ist, dass die Witterung mitspielt und weder niedrige Temperaturen unter 5 Grad noch Dauerregen den Einbau der Asphaltdeckschicht verhindern.

Fußgänger und Radfahrer werden bei der geänderten Planung nicht mehr entlang der K 1857 geführt, sondern über eine ausgeschilderte Alternativroute über gut ausgebaute Feldwege zwischen Stetten und Rommelshausen geleitet. Nur Autos und Lastwagen müssen den Weg über die vielbefahrene Landhauskreuzung nehmen. „Wir hoffen, dass sich der Stau nach einiger Zeit reduziert, wenn beispielsweise Pendler aus Esslingen die Schurwaldquerung über Stetten meiden“, heißt es im Rathaus.