Eine Frau arbeitet an einem Laptop. Vor allem Frauen arbeiten wegen der Betreuung von Angehörigen in Teilzeit (Symbolbild). Foto: Finn Winkler/dpa

Teilzeit statt Vollzeit: Viele Menschen in Deutschland arbeiten freiwillig weniger - insbesondere, um Angehörige zu betreuen. Bei Frauen ist der Anteil deutlich höher.

Wiesbaden - Wer in Deutschland Teilzeit arbeitet, tut dies häufig freiwillig. Auf eine entsprechende Frage im Mikrozensus für das Jahr 2022 antworteten nur 6 Prozent, dass sie lieber Vollzeit arbeiten würden, aber keine entsprechende Stelle gefunden hätten. Das berichtet das Statistische Bundesamt. 27 Prozent der Befragten erklärten hingegen, auf eigenen Wunsch eine kürzere Arbeitszeit zu haben.

Der danach am häufigsten genannte Grund für Teilzeit ist die Betreuung von Angehörigen, den ein knappes Viertel (24 Prozent) der Befragten nannte. Unter den Frauen war der Anteil der Betreuenden mit 29 Prozent signifikant höher als bei den männlichen Teilzeitbeschäftigten mit 7 Prozent.

Innerhalb dieser Gruppe erklärten mehr als zwei Drittel (68 Prozent), dass sie die Betreuung von Kindern, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftiger Personen aus eigenem Antrieb übernommen hätten. Bei elf Prozent stand kein anderes Betreuungsangebot zur notwendigen Zeit oder ortsnah zur Verfügung. Vier Prozent konnten alternative Angebote nicht bezahlen.

Als weitere Gründe für Teilzeit wurden die eigene Aus-und Weiterbildung (12 Prozent) sowie eigene Krankheit oder Behinderung genannt (5 Prozent).