Die Stadt Weilheim (Kreis Esslingen) schafft die Voraussetzungen für die Ansiedlung der Brennstoffzellenfirma Cellcentric. Doch wann wird die Produktionsstätte gebaut?
Vier Spaten auf der Ackerfläche markieren symbolisch den Baustart für das wohl größte Gewerbeflächenprojekt in der Geschichte der Stadt Weilheim. Auf rund 30 Hektar sollen im Gebiet Rosenloh sowohl ortsansässige Unternehmen als auch die Firma Cellcentric, das Brennstoffzellen-Joint Venture von Daimler Truck und Volvo Group, angesiedelt werden.
„Wir stellen die Flächen bereit und schaffen die Infrastruktur“, sagte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle, als er zusammen mit Vertretern der am Projekt beteiligten Firmen den Spaten ins Erdreich stieß. „Wir sind bereit für Klima- und Technologieunternehmen, für neue Arbeitsplätze und für eine nachhaltige wirtschaftliche Zukunft.“ Gleichzeitig machte das Stadtoberhaupt deutlich, wo die kommunalen Einflussmöglichkeiten enden: „Ob Zukunftstechnologien in Deutschland erfolgreich marktreif werden, hängt von den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.“
Bis zum Start der Arbeiten waren einige Hindernisse zu überwinden, das geplante Gewerbegebiet ist umstritten. Unter anderem formierte sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt, die für den Erhalt der Äcker und Wiesen kämpfte. In einem Bürgerentscheid 2022 sprach sich zwar die Mehrheit der Weilheimer für das Gewerbegebiet aus, doch auch danach verzögerte sich die Umsetzung aus verschiedenen Gründen.
Im künftigen „Klimawerk“ von Cellcentric in Weilheim sollen Brennstoffzellen für emissionsfreie Lastwagen hergestellt werden. Ein genauer Termin für den Start der Serienproduktion steht jedoch noch nicht fest. Das Unternehmen hatte sich Ende 2024 ein 16 Hektar großes Grundstück im Rosenloh gesichert. Diese verbindliche Flächenreservierung bis zum Jahr 2029 spülte immerhin 15 Millionen Euro in die Stadtkasse. Geld, das nun zu einem Teil in die Erschließung des Areals fließt.
Tatsächlich begann die verkehrliche Erschließung des Gewerbegebiets Rosenloh bereits im vergangenen Sommer mit dem Bau eines Kreisverkehrs an der bisherigen Kreuzung beim Gewerbegebiet Tobelwasen. Nun geht es richtig los: Für den Kanal-, Leitungs- und Straßenbau muss viel Erdreich bewegt und jede Menge Baumaterial angeliefert werden. „In den kommenden Monaten ist daher mit erhöhtem Lkw-Verkehr im Bereich Rosenloh und in Teilen des Stadtgebiets zu rechnen“, teilt die Stadt Weilheim mit. Vereinzelt könne es zudem zu Umleitungen oder temporären Straßensperrungen kommen. Bis Ende dieses Jahres soll die Erschließung des Gewerbegebiets abgeschlossen sein.
Parallel dazu schreitet das Projekt Rosenloh auch an anderer Stelle weiter voran: Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden die ersten sieben Gewerbegrundstücke mit Flächengrößen von rund 2800 bis etwa 15 200 Quadratmetern ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgt ohne Maklerprovision direkt durch die Stadt Weilheim „in einem transparenten und qualitätsorientierten Auswahlverfahren“, informiert das Rathaus. Neben wirtschaftlichen Kennzahlen spielen dabei insbesondere die inhaltliche Qualität der Nutzungskonzepte sowie die nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts eine zentrale Rolle, heißt es weiter.