Anhängerkupplungen bieten viele Vorteile: Wohnwagen, Fahrradträger oder kleine Lastenträger können problemlos befestigt und transportiert werden. Foto: Unsplash/Benjamin Zanatta

Eine Anhängerkupplung am Pkw bietet viele Vorteile. Wohnwagen, Fahrradträger oder kleine Lastenträger können problemlos befestigt und transportiert werden. Jedoch besitzt nicht jedes Auto den praktischen Haken bereits beim Kauf.

Eine Anhängerkupplung am Pkw bietet viele Vorteile. Wohnwagen, Fahrradträger oder kleine Lastenträger können problemlos befestigt und transportiert werden. Jedoch besitzt nicht jedes Auto den praktischen Haken bereits beim Kauf. In der Regel stellt das allerdings kein Problem dar: Bei den meisten Autos kann das praktische Zubehör einfach nachträglich montiert werden. Wir erklären, welche Typen von Kupplungen es gibt, welche Fahrzeuge nachgerüstet werden können und welche Kosten dabei auf Sie zukommen.

Starre, abnehmbare und schwenkbare Kupplungen

Grundsätzlich unterscheidet man bei Anhängerkupplungen zwischen drei verschiedenen Typen. Die starre Anhängerkupplung eignet sich für den Dauereinsatz und wird daher besonders von Vielfahrern genutzt. Sie ist die günstigste und auch langlebigste Variante. Starr bedeutet in diesem Fall, dass die Anhängervorrichtung permanent mit dem Fahrzeug verbunden ist und sich nicht abnehmen lässt. Achtung bei Fahrzeugen mit Einparkhilfe: Unter Umständen könnte die Kupplungskugel fälschlicherweise als Hindernis erkannt werden.

In diesem Fall kann man zu einer abnehmbaren Anhängerkupplung greifen. Diese Kupplungen lassen sich mit wenigen Handgriffen wieder entfernen und stellen so keine permanente Veränderung dar. Prinzipiell kann auch diese Kupplung für den Dauerbetrieb verwendet werden – sie muss jedoch abmontiert werden, wenn sie beispielsweise das Nummernschild verdeckt. Den höchsten Komfort bieten die schwenkbaren Anhängerkupplungen. Diese Variante lässt sich bei Nichtgebrauch einfach unter die Stoßstange drehen und wieder für den Gebrauch mobilisieren. Sie ist zwar am kostspieligsten, jedoch ideal für den spontanen Einsatz. Welches Nachrüstsystem für Sie am besten geeignet ist, hängt von mehreren individuellen Faktoren ab. Vor der Auswahl sollten sich Autobesitzer folgende Fragen stellen:

  • Wie oft wird die Anhängerkupplung im Einsatz sein?
  • Welches System passt zu Ihrem Pkw?
  • Wie schwer sind die Lasten, die transportiert werden sollen?
  • Wie viel Geld wollen und können Sie für die Anhängerkupplung ausgeben?

Welche Autos können nachgerüstet werden?

Die gute Nachricht: Die meisten häufig verkauften Autos können unkompliziert nachgerüstet werden. Einschränkungen gibt es nur bei Elektro-, Hybrid- und Sportfahrzeugen. Vor allem bei Elektroautos mit Anhängerkupplung ist die Reichweite durch die Zusatzlast des Anhängers oftmals drastisch reduziert.

Um eine Anhängerkupplung nutzen zu können, muss der Fahrzeughersteller eine Anhängelast und eine Stützlast für den Pkw freigegeben haben. Die Stützlast bezeichnet die vertikale Krafteinwirkung auf die Kupplungskugel. Mit der Anhängelast ist das Gewicht gemeint, das vom ziehenden Fahrzeug bewegt werden kann. Beide sind im Fahrzeugschein des jeweiligen Pkws nachzulesen. Außerdem muss die Bremse stark genug sein, um die zusätzliche Last kontrollieren zu können. Auch Motorkühlung und Karosserie müssen den zusätzlichen Belastungen standhalten.

Welche Kosten müssen Sie einkalkulieren?

Die Kosten einer Nachrüstung hängen ebenfalls von verschiedenen Faktoren ab: den Materialkosten der Anhängerkupplung, den Kosten des Elektrosatzes und dem Montageaufwand. Anhängerkupplungen sind je nach Bauart unterschiedlich teuer. Es spielt dabei auch eine Rolle, wie viel Last die Kupplung tragen soll und wie komplex der Funktionsmechanismus ist. Eine starre Anhängerkupplung ist deutlich kostengünstiger als eine schwenkbare Kupplung. Insgesamt können Sie mit einem Kostenaufwand von 200 bis 600 Euro rechnen. Der Elektrosatz kostet im Schnitt 100 Euro zusätzlich. Die Montage in einer fachgerechten Werkstatt dauert in der Regel zwischen zwei und drei Stunden. Ein regulärer Stundenlohn liegt zwischen 70 und 120 Euro, wobei es in einigen Werkstätten auch möglich ist, einen Festpreis zu vereinbaren.

Kann man die Kupplung auch selbst montieren?

Zu den meisten Modellen gibt es eine ausführliche Einbauanleitung, der Sie detailliert folgen können. Sollten Sie also ein wenig handwerkliches Geschick besitzen, ist es in der Regel kein Problem, die Kupplung auch selbst nachzurüsten und dadurch Geld zu sparen. Natürlich müssen Sie dabei bedenken, dass es möglicherweise etwas länger dauert als beim Fachmann und dass das passende Werkzeug zur Hand sein muss.

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