Am Donnerstag hat die AfD in Esslingen eine Veranstaltung zur Kommunal- und Europawahl im Mai abgehalten. Einige Demonstranten machten dagegen mobil.

 Foto: SDMG

In der Berkheimer Osterfeldhalle hielt die AfD eine Wahlkampfveranstaltung ab. Sowohl vor der Halle als auch am Esslinger Bahnhof wurde dagegen demonstriert.

EsslingenEin Zeichen gegen Hetze setzen.“ Unter diesem Motto fanden am Donnerstagabend zwei Kundgebungen gegen die AfD statt. Beide Veranstaltungen verliefen (bis zum Redaktionsschluss) ohne besondere Vorkommnisse. „Alles war total friedlich“, bestätigte Polizei-Pressesprecher Michael Schaal. Die erste Demonstration wurde am Esslinger Bahnhof abgehalten, für die zweite Kundgebung kamen rund 50 Menschen vor der Berkheimer Osterfeldhalle zusammen. Dorthin hatte die AfD anlässlich der diesjährigen Kommunal- und Europawahlen geladen, unter anderem Bundessprecher Jörg Meuthen war als Redner angekündigt.

Zur Versammlung vor der Osterfeldhalle hatte die Grüne Jugend Esslingens aufgerufen – etwa 50 Personen folgten der Einladung. Unter ihnen war die Stadträtin Dilek Toy von FÜR Esslingen. Sie zeigte sich enttäuscht, dass die AfD in Esslingen überhaupt einen Raum bekommen hatte: „Ich hätte mir gewünscht, dass seitens der Stadt alles unternommen wird, um die Veranstaltung zu verhindern.“ Die Kundgebung der Grünen Jugend zu unterstützen, war für Toy keine Frage. „Man darf Nazis keine Stimme geben. Wir alle müssen da sofort gegensteuern und dafür sorgen, dass die AfD nicht Fuß fasst – auch nicht hier in Esslingen.“ Einige Jugendliche waren ebenfalls anwesend und taten ihre Meinung per Mikrofon kund. Während der Veranstaltung gesellte sich ein Gast des AfD-Abends zu den Demonstranten. Die Diskussion dauerte einige Minuten, von einer Annäherung konnte jedoch keine Rede sein. Die Kundgebung am Esslinger Bahnhof lief ebenfalls ruhig ab. Um nicht überrascht zu werden, hatte sich die Polizei im Vorfeld auf alle Eventualitäten vorbereitet und unter anderem am Marktplatz und am Bahnhof vorsorglich etliche Streifenwagen sowie Einsatzkräfte postiert. Organisator der Kundgebung am Bahnhof war das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region, Mitglieder anderer Gruppen und Organisationen wie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, das Personenwahlbündnis FÜR Esslingen und Verdi waren ebenfalls vor Ort. Auch Die Linke war mit einigen Teilnehmern vertreten, unter anderem mit Stadtrat Martin Auerbach. Die um einen Infostand versammelten Demonstranten lauschten den Worten der Redner. Diese kritisierten die Politik und Parolen der AfD aufs Schärfste. Sie warfen der Partei unter anderem Rassismus und Sexismus vor.

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