Umstellung bei den Stadtbahnen: Ab 10. Dezember gilt das Netz 2018 in der Landeshauptstadt.Grafik: SSB AG Quelle: Unbekannt

Von Sebastian Steegmüller

Stuttgart - Ab dem 10. Dezember müssen sich Stadtbahn-Fahrgäste, die in der Innenstadt unterwegs sind, erneut auf eine veränderte Linienführung einstellen. Denn dann geht das Netz 2018 für mindestens zwei Jahre in Betrieb. Die Umstellung ist aufgrund der Arbeiten an der Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie erforderlich. Sie wird im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart 21 modernisiert und versetzt.

Vor knapp einem Jahr, am 17. Mai 2016, wurde die Verbindung zwischen den Haltestellen Staatsgalerie und Charlottenplatz gekappt, vier Linien werden seither umgeleitet. Die Bauarbeiten schreiten voran, sagte Wolfgang Arnold, Technikvorstand der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Im Umwelt- und Technikausschuss gestand er jedoch auch ein, dass man zwischenzeitlich einen Zeitverzug von fünf Monaten gehabt habe. Jetzt seien es noch drei. Ursprünglich sollte das Netz bereits im September umgestellt werden, jetzt erfolge dieser Schritt erst im Dezember. „Wir werden wie bei der vorangegangenen Umstellung vorgehen“, so Arnold. Sprich, die Veränderungen des Netzes 2018 werden den Fahrgästen, wie bei den Umstellungen zum Netz 2011 und zum Netz 2016, in einer über mehrere Monate gestaffelten Informationskampagne vorgestellt. Geplant sei, sie auf möglichst vielen verschiedenen Wegen zu informieren.

Doch was bedeutet das Netz 2018 für die SSB-Kunden? Die Stadtbahnlinien U 9, U 11 und U 14, die schon vor der vergangenen Umstellung zwischen der Staatsgalerie und dem Hauptbahnhof unterwegs waren, werden ihren Verlauf ändern. Außerdem kehren die Linien, die im Netz 2016 nicht wie gewohnt zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz fahren konnten, zu ihrem angestammten Verlauf zurück. Die ergänzenden Linien U 21 und U 24 aus dem Netz 2016 weichen den beiden neuen Ergänzungslinien U 29 und U 34. Nach einer Schätzung der SSB werden täglich 37 000 von 451 000 Stadtbahnfahrgästen betroffen sein, sprich acht Prozent. „Die Reisezeit verlängert sich für sie um drei Minuten.“

Durch die Maßnahme wird der Hauptbahnhof entlastet, der Charlottenplatz zum neuen Stadtbahndrehkreuz. Heute steigen dort an jedem Werktag rund 16 000 Menschen um, ab Dezember werden es fast 31 000 sein. An einer Haltestelle, die auch aus Sicht des Technikchefs in die Jahre gekommen ist. Das bauliche Konzept stamme aus dem Jahr 1966. „Hier muss man Tribut an den Zeitgeist von damals zollen.“ Der Vorschlag von Stadtrat Christoph Ozasek (Linke), durch Farbcodes und größere Buchstaben die Haltestelle für ungeübte Fahrgäste übersichtlicher zu machen, hält Arnold dennoch nichts. Man müsse vorsichtig sein. Mit einer Reizüberflutung könne man die Kunden auch überfordern. In den ersten Wochen nach der Umstellung werde Personal vor Ort sein. „Bis sich alles eingespielt hat.“

Das Ziel der SSB sei, ihren Fahrgästen während der Bauphase an der Haltestelle Staatsgalerie ein verlässliches Angebot zu bieten. „Alle Stadtbahnhaltestellen werden in beiden Richtungen angefahren.“ Grundsätzlich gelte weiterhin der Zehn-Minuten-Grundtakt. „Veränderte Stadtbahnlinien werden die heutigen Fahrgastzahlen aufnehmen können“, versprach Arnold. Ein gezieltes Lenken der Fahrgäste auf Ersatzbusse oder die S-Bahn sei nicht vorgesehen. Wie schon bei der Umstellung auf das Netz 2016 sind die neuen Verbindungen für einige Fahrgäste ungünstiger. „Je nach Fahrziel können sie jedoch auch Vorteile bringen.“

Die Neuen Linienführungen

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember erscheint die Linie U 12 zum ersten Mal in ihrer geplanten Linienführung auf dem Netzplan der SSB. Sie verbindet künftig Dürrlewang, das Europaviertel und den Hallschlag mit Remseck. Damit wird die Interimsstrecke durch die Friedhofstraße mit der anliegenden Haltestelle Pragfriedhof aufgegeben.

Die U 1, U 2 und U 4 fahren im Netz 2018 wieder ihre angestammten Strecken über den Charlottenplatz: Die U 1 von Fellbach nach Vaihingen, die U 2 von Botnang nach Neugereut, die U 4 vom Hölderlinplatz nach Untertürkheim.

Die Linie U 9 wird von Hedelfingen über Charlottenplatz nach Heslach/Vogelrain fahren. Auf dem Ast zwischen Hauptbahnhof und Vogelsang fährt ergänzend die Linie U 29, in der Hauptverkehrszeit auch bis Botnang.

Die Linie U 14 wird von ihrer neuen Endhaltestelle Mühlhausen über Charlottenplatz und Rotebühlplatz (Stadtmitte) zum Hauptbahnhof fahren. Statt der Linie U 14 bindet jetzt die U 12 Remseck an. Auf dem Ast zwischen Südheimer Platz und Vogelsang fährt die Linie U 34 über Rotebühlplatz. Die Linie U 11 verkehrt bei Veranstaltungen im Neckarpark. Die Züge werden im Netz 2018 am Hauptbahnhof kehren und durch die Innenstadt zum Neckarpark fahren.

Der Hauptbahnhof ist mit der Stadtbahn über die Linien U 5, U 6, U 7, U 11, U 12, U 14, U 15 und U 29 angebunden. Zudem sind die Fernbahnsteige des Hauptbahnhofs von der Haltestelle Neckartor aus mit den Linien U 1, U 2, U 4 und U 9 zu Fuß durch den Schlossgarten zu erreichen.

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