Der Fußballplatz soll eine Erfrischungskur erhalten. Foto: Philipp Braitinger

Der sanierungsbedürftige Sportplatz in Altbach soll für über 1,7 Millionen Euro erneuert werden. Doch ohne Fördergelder steht das Projekt auf der Kippe.

So viele Zuhörer kommen selten zu einer Gemeinderatssitzung. Am vergangenen Dienstagabend drängten zahlreiche Mitglieder des SC Altbach in den Farben ihres Vereins in den Sitzungssaal des Rathauses, um der Entscheidung zur Zukunft des Fußballplatzes zwischen Gemeindehalle und Sporthalle beizuwohnen. „Der Sportplatz ist sanierungsbedürftig“, erklärte der Bürgermeister Martin Funk. Eine Berechnung des Ortsbaumeisters Mario Flietner ergab Kosten von mehr als 1,7 Millionen Euro.

Ausführungen zur Sanierungsbedürftigkeit ließen die Vereinsvorsitzendes Stefan Schnabel und Jürgen Hoffmann der Gemeindeverwaltung und den Gemeinderäten bereits im November schriftlich zukommen. Eine Nutzung sei inzwischen nur noch eingeschränkt möglich, an manchen Stellen bestehe sogar Verletzungsgefahr. „Eine Komplettsanierung zumindest einer der Plätze ist daher zwingend erforderlich“, schreiben die Vorsitzenden des SC Altbach. Zur Erklärung: Auf dem Sportgelände gibt es mehrere Rasenspielfelder. Für die umfassende Sanierung wurde auf Vorschlag des SC Altbach jenes Feld in den Mittelpunkt gerückt, welches sich zwischen den Gleisen und dem Parkplatz befindet.

Kunstrasenplatz als Lösung: Günstiger, sicherer, vielseitiger

„Der Platz ist überspielt“, fasste es der Vorsitzende Schnabel während der Gemeinderatssitzung zusammen. Die intensive Nutzung durch viele Mannschaften machen dem Rasen zu schaffen. Statt eines Rasenplatzes wäre es aus Sicht der Fußballer deshalb sinnvoller, eine neuen, robusten Kunstrasenplatz anzulegen. Der Kunstrasenplatz sei über die Lebensdauer der Einrichtung gerechnet, die günstigere Alternative. Zudem sei ein Kunstrasenplatz vielseitiger und vor allem besser das ganze Jahr über nutzbar. Auch das Verletzungsrisiko sei auf dem Kunstrasenplatz geringer. Durch den geringeren Pflegeaufwand werde der Bauhof entlastet. Derzeit gebe es zwei Förderprogramme, eines des Landes und eines des Bundes, auf welche sich Altbach bewerben könne.

Der Gemeinderat stellte sich einstimmig hinter das Vorhaben. Allerdings wissen die Kommunalpolitiker um die finanzielle Situation der Gemeinde, die die Leiterin der Finanzverwaltung, Karolin Stollsteimer, nochmals kurz erläuterte. „Wir haben ein hohes negatives Ergebnis“, sagte sie mit Blick auf das kommende Haushaltsjahr. Eine Umsetzung der umfassenden Sportplatzsanierung aus eigener Kraft wäre aus ihrer Sicht nicht möglich. Sowohl die Bundes- als auch die Landesförderung müssten kommen. Andernfalls wäre der Eigenanteil zu hoch.

„Ohne Moos nix los“: Altbachs finanzielle Herausforderungen

Förderungen stehen für die Sanierung der Fußballplätze in Aussicht (Symbolbild). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wie hoch der Eigenanteil am Ende genau ausfällt, ist derzeit noch ungewiss. Der Sprecher der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), Mathias Lipp, schätzt, dass trotz hoher Fördersummen mindestens eine halbe Million Euro aus dem Kommunalhaushalt zu finanzieren bleiben wird. Gleichzeitig habe Altbach in den kommenden Jahren noch einige weitere teure Projekte vor der Brust wie eine Hallenbadsanierung und die Schulerweiterung. „Es ist noch einiges in der Pipeline“, so Lipp. In ein bis zwei Jahren müsse der Gemeinderat priorisieren. „Man muss der Realität ins Auge sehen. Ohne Moos nix los“, sagte er.

Mit dem nun gefassten Gemeinderatsbeschluss kann das Rathaus die Förderungen beantragen. Sofern der nun begonnene Weg zur Sanierung des Sportplatzes samt Außenanlagen und Flutlicht fortgesetzt wird, könnte im Frühjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Eine Fertigstellung wäre dann vor den Sommerferien 2027 möglich. „Der nächste Schritt ist, dass wir es im Haushalt abbilden“, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Euchenhofer. Der Beschluss zur Sanierung des Fußballplatzes ist mit den Förderzusagen verbunden. Sollte die Förderung also nicht wie erhofft zugesagt werden, muss überlegt werden, wie es weitergeht. „Wenn nichts kommt, brauchen wir einen neuen Plan“, sagte Euchenhofer. Dass nichts kommt, hielt die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Barth indessen für unwahrscheinlich. Sie warb für Optimismus. Altbach erfülle alle Kriterien, die für die Förderung erfüllt werden müssten.