Von Peter Dietrich

Nachdem der Autozulieferer Decoma Ende 2016 geschlossen hat, soll das Gelände im Altbacher Gewerbegebiet „Im Ghai III“ neu bebaut werden. Die Gebäude seien nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, sagte Bürgermeister Wolfgang Benignus im Gemeinderat. „Das wird, salopp gesagt, platt gemacht.“ Die Gemeinde erlebte eine Überraschung: Decoma war gar nicht der Eigentümer des Geländes, sondern hatte es nur gemietet. Es gehört einer österreichisch-kanadischen Gesellschaft mit Sitz in Wien. Derzeit gibt es für das Gebiet keinen Bebauungsplan, deshalb stellt die Gemeinde einen auf. Darin regelt sie unter anderem die zulässigen und unzulässigen Nutzungen.

Ein Büro- oder Verwaltungsgebäude würde ebenso akzeptiert wie eine gewerbliche Nutzung, nicht erwünscht sind Einzelhandel, Schrotthandel und Lagerhaus. Letzteres brächte nur viel Verkehr in den Ort, aber kaum Arbeitsplätze. Wasserdurchlässige Parkplätze will die Gemeinde ebenso vorschreiben wie eine Dachbegrünung von mindestens 50 Quadratmetern. Wenn alles gut läuft, kommt der Satzungsbeschluss Ende 2018 auf den Tisch des Gemeinderats. Im Jahr 2019 will der Investor die Gebäude abbrechen und dann mit dem Neubau beginnen.

Für ein anderes Bauprojekt erteilte der Gemeinderat einstimmig das kommunale Einvernehmen: den Bau von zwei Häusern mit 39 Seniorenwohnungen in der Esslinger Straße 127 und 129. Das Grundstück liegt am Ortsende in Richtung Plochingen. Die Wohnungen entstehen neben einem ebenfalls geplanten Pflegeheim. Der Anschluss des Waldwiesenhofs und der Pferderanch Hofstraße 60 sowie die Sanierung des Hofwiesenwegs sind nun abgerechnet, die Projekte wurden geringfügig teurer. Veranschlagt waren 390 000 Euro, ausgeben musste die Gemeinde 407 000 Euro. Das lag an der Entsorgung von teerhaltigem Material, das im Feldweg gefunden wurde, und der nötigen Verdichtung von lehmigem Untergrund.

Schlimmer erwischte es die Gemeinde beim restlichen Ausbau der Ludwigstraße: Das Projekt verteuerte sich von 689 000 auf 748 000 Euro. Das Gros der Ausgaben entfiel auf die reinen Bauarbeiten. Bei der damit beauftragten Firma gab es mehrere Personalwechsel, sie rechnete am Ende fast 741 000 Euro ab, die Gemeinde akzeptierte nur knapp 584 000 Euro. Die Firma forderte dann gut 47 000 Euro nach. Selbst die Einschaltung von Rechtsbeiständen führte zu keiner Einigung. Die Gemeindeprüfungsanstalt sprach der Firma schließlich gut 21 000 Euro zu, damit war der Streitfall nach eineinhalb Jahren außergerichtlich beendet.