Bisher war die Allianz einer der Hauptsponsoren von Allianz MTV Stuttgart, künftig ist das Unternehmen auch Gesellschafter des Volleyball-Bundesligisten – mit Folgen.
Als zuletzt beim Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart der Kreis der Gesellschafter im Fokus stand, ging es um die Trennung von Kim Renkema. Das war Anfang des Jahres, damals saß die Sportdirektorin in den Verhandlungen über ihren Job dem wichtigsten Anteilseigner und Hauptsponsor Rainer Scharr (Scharr KG), Frank Fischer (Webix Solutions) und Nico Helwerth (Präsident des MTV Stuttgart) gegenüber. Nun gibt es neue Nachrichten aus dem Führungskreis: Die Allianz steigt ein.
Jahrelang war Horst Wachendorfer, der Chef einer Stuttgarter Allianz-Agentur, einer der vier Gesellschafter des Volleyball-Bundesligisten. Nach dessen freiwilligem Rückzug ist lange Zeit offen gewesen, was mit Wachendorfers Anteilen in Höhe von 19,2 Prozent passieren wird. Diese hat nun die Allianz Lebensversicherungs-AG (Allianz Leben) übernommen, deren neues Hauptgebäude in Stuttgart-Vaihingen praktischerweise nur einen Steinwurf vom Sitz der Scharr KG entfernt liegt. Für den Einstieg als Gesellschafter nennt das Versicherungsunternehmen zwei Gründe.
Allianz spricht von einem „neuen Level“
Zum einen die Tradition: Der heutige Volleyball-Bundesligist entstand 2007 durch die Fusion der Zweitliga-Mannschaften des MTV Stuttgart und des TSV Georgii Allianz Stuttgart, der als Traditions- und Betriebssportverein seit 1932 zur Allianz gehört. Aber natürlich geht es auch um das aktuelle sportliche Geschehen. „Sport verbindet die Menschen“, sagt Denis Fischer, Leiter Marktmanagement der Allianz Leben, „unsere Partnerschaft mit Allianz MTV Stuttgart ist ein Beispiel dafür, wie wir unsere Werte in der Region Stuttgart aktiv leben und fördern. Mit der Übernahme der Gesellschafteranteile setzen wir ein weiteres Zeichen für unsere Leidenschaft für den Sport in Stuttgart.“ Der Konzern freue sich darauf, die Partnerschaft mit dem Triple-Sieger von 2024 „auf ein neues Level zu heben“.
In der Tat ist die Entscheidung des Versicherungskonzerns ein wichtiges Zeichen für die Zukunft des Frauenvolleyballs in Stuttgart. Denn beide Hauptsponsoren des Clubs sind nun auch Gesellschafter – es gibt also eine doppelte Verbindung. „Dass die Allianz nun nicht mehr nur Sponsor bei uns ist, sondern die Geschicke auch mitgestaltet, bedeutet für uns natürlich eine gewisse Sicherheit“, sagt Aurel Irion, der Geschäftsführer des Bundesligisten, „ein derart großer Konzern macht so etwas nicht oft, das ist für uns ein bedeutender Schritt in die Zukunft.“
Verhandlungen mit den Hauptsponsoren
Mit einem entsprechend guten Gefühl geht Aurel Irion nun in die Verhandlungen mit der Allianz über eine Verlängerung des Vertrages als Sponsor, der nach der im Oktober beginnenden Saison ausläuft. Erster Gesprächstermin ist am 24. September – womöglich, so dürfte der Verein hoffen, liegt nach dem Einstieg als Gesellschafter ja nun sogar eine Erhöhung der Sponsoringleistungen im Bereich des Möglichen. Was bei diesen Verhandlungen herauskommt, dürfte auch Rainer Scharr interessieren. Der zweite Hauptsponsor hatte die Verlängerung seines Kontraktes nach Informationen unserer Zeitung bisher auch daran geknüpft, wie die Gespräche mit der Allianz laufen.