Kurschart an der Frankfurter Börse Foto: dpa/Andreas Arnold

Ausblick auf die Börsenwoche: China päppelt seine Wirtschaft auf – Anleger feiern das. Im Euroraum steigt aber das Rezessionsrisiko, schreibt Finanzreporter Hannes Breustedt.

Seinen Ruf als schwacher Börsenmonat bestätigte der September in diesem Jahr nicht – im Gegenteil: Die Bilanz fiel glänzend aus, der Dax erreichte die letzten Handelstage neue Allzeithochs und nimmt Kurs auf die Marke von 20 000 Punkten. Chinas umfassende Konjunkturhilfen nährten zuletzt globale Wachstumshoffnungen und schoben die Märkte an. Experten sehen aber Risiken für die Rekordjagd.

Deutschland versinkt im Konjunkturtief

Denn die Rezessionssorgen nehmen zu: In Deutschland ist man es ohnehin nicht anders gewohnt, aber inzwischen trübt sich die Lage im gesamten Euroraum bedenklich ein. Zuverlässige Frühindikatoren wie Einkaufsmanagerumfragen signalisieren einen Abschwung in der gesamten Währungszone. Die größte Eurowirtschaft Deutschland versinkt derweil immer weiter im Konjunkturtief – der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im September bereits zum fünften Mal in Folge.

Allerdings sind Börsenrekorde trotz wirtschaftlicher Tristesse hierzulande mittlerweile ein gewohntes Bild. Die Umsätze der großen deutschen Konzerne hängen weitgehend am Auslandsgeschäft, Konjunkturprobleme auf dem Heimatmarkt spielen deshalb keine so große Rolle. Trotzdem sollten Anleger sich nicht in zu großer Sicherheit wiegen – die Dax-Hochs sind vor allem dem Höhenflug des Softwareanbieters SAP und wenigen anderen Unternehmen wie Allianz, Telekom, Münchener Rück, Siemens Energy und Rheinmetall geschuldet. Damit steht die Rallye auf einer dünnen Basis.

Inflation im Euroraum könnte auf 2,0 Prozent sinken

Spannung versprechen in dieser Börsenwoche neue Daten von der Inflationsfront (Dienstag). Die Teuerungsrate im Euroraum könnte im September auf 2,0 Prozent sinken und damit den Zielwert der Europäischen Zentralbank erreichen. Allerdings dürfte die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel außen vor bleiben, auf erhöhtem Niveau verharren. In den USA sind alle Augen auf den Einkaufsmanagerindex (Dienstag) und den Arbeitsmarktbericht (Freitag) gerichtet.