Ausblick auf die Börsenwoche: Die Turbulenzen scheinen vorerst überwunden. Doch Abwärtsrisiken bleiben, schreibt unser Finanzreporter Hannes Breustedt.
Die Aktienmärkte drehen nach der heftigen Kurskorrektur schon wieder kräftig auf – die Sorgen um eine Rezession in den USA scheinen verflogen. Andere Risiken, wie die Gefahr einer Eskalation des Nahostkonflikts oder das Platzen einer Techblase, blenden Anleger aus. Der Dax verbuchte zuletzt sein größtes Wochenplus seit Mai. Ist das schon der Anlauf auf neue Allzeithochs?
Aktienmarkt erholt sich nach scharfer Korrektur
Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt hatten vor rund zwei Wochen Ängste geschürt, dass der weltgrößten Volkswirtschaft nach jahrelangem Konjunkturboom eine harte Landung droht. An der Börse verursachte dies einen Panikanfall, vereinzelt wurden gar Rufe nach Notfallmaßnahmen der US-Notenbank Fed laut. Die Situation entspannte sich aber rasch wieder – inzwischen hat der Aktienmarkt sich weitgehend erholt.
„Nach dem Sommergewitter herrscht wieder eitel Sonnenschein“, bringt Experte Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Lage auf den Punkt. Ob eine erneute Rekordjagd bevorsteht, bleibe trotzdem ungewiss. „Die hohen Bewertungen in den USA mahnen zur Vorsicht.“ Hinzu kämen Unsicherheit durch den Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten sowie hohe geopolitische Risiken und eine lahmende Konjunktur im Euroraum – vor allem in Deutschland.
Großes Notenbankertreffen in Jackson Hole
Ein immens wichtiger Faktor für die Finanzmärkte ist die Frage, wann und wie weit die Fed die Leitzinsen in den kommenden Monaten senken wird. Signale erhoffen sich Anleger vom obersten US-Währungshüter Jerome Powell, der am Freitag beim alljährlichen Symposium der Fed in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming spricht. Bereits am Mittwoch könnte die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Sitzung der US-Notenbanker die Kurse bewegen.
Wichtige Konjunkturdaten sind in dieser Börsenwoche hingegen eher rar. In der Eurozone steht mit dem Einkaufsmanagerindex am Donnerstag immerhin ein viel beachteter wirtschaftlicher Frühindikator an. Angesichts der schwachen Industrie rechnen Analysten mit keiner großen Verbesserung.