Der VfB Stuttgart wechselt kurz vor dem Pokalfinale den Trikotsponsor und begründet, dies sei „unternehmerisch erforderlich“ gewesen. Nun schießt Winamax zurück.
Am Samstagvormittag hat der VfB Stuttgart bestätigt, was unsere Redaktion zuvor exklusiv berichtet hatte: Im Finale um den DFB-Pokal am Samstagabend (20 Uhr/ZDF) werden die Stuttgarter Profis in Trikots auflaufen, auf denen überraschend ein neuer Sponsorenname prangt. Anstelle des bisherigen Partners Winamax wird die LBBW den Brustring zieren. Das Finanzunternehmen sollte eigentlich erst nach dieser Saison als Hauptsponsor einsteigen.
Begründet wurde der vorgezogene Wechsel vonseiten des VfB mit einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. „Aus unternehmerischer Sicht“, heißt es in einer Pressemitteilung, sei dieser Schritt „erforderlich“ gewesen. Im weiteren Verlauf des Vormittags erklärte Alexander Wehrle, der Vorstandsvorsitzende des VfB: „Wir haben seit ein paar Monaten Themen mit Winamax. Sie sind ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Dann haben wir gesagt, wir müssen jetzt einfach die Reißleine ziehen.“ Offenbar geht es um eine ausstehende Zahlung im siebenstelligen Bereich.
Das wiederum wollte dann der Wettanbieter aus Paris nicht kommentarlos stehen lassen – und reagierte seinerseits mit einer Pressemitteilung, der es an Schärfe nicht fehlte.
Man habe „mit großer Verwunderung“ zur Kenntnis genommen, „dass der VfB Stuttgart heute Abend im DFB-Pokal-Finale ohne seinen Haupt- und Trikotsponsor Winamax auf der Brust antritt“. Dies stelle „einen klaren Verstoß gegen unsere vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit dar“. Weiter heißt es: „Der VfB lässt ein weiteres Mal die Grundsätze einer starken Partnerschaft vermissen, die von Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit und Fairness geprägt sein sollte.“
Der Wettanbieter wirft dem VfB vor, wiederholt „ruf- und geschäftsschädigende Handlungen gegenüber unserem Unternehmen vorgenommen“ zu haben. Als Beispiel nennt Winamax die Verkündung der LBBW als neuem Sponsor ab der Saison 2025/2026. Alexander Wehrle habe auf der Mitgliederversammlung 2024 erklärt, dass die Partnerschaft mit Winamax nicht verlängert werde – „ohne diese Entscheidung im Voraus mit uns abzustimmen“. Man habe aus den Medien von der Entscheidung erfahren, obwohl es davor Gespräche und die Bitte nach einer späteren Bekanntgabe gegeben habe.
Aufgrund der frühen Verkündung, heißt es nun, habe Winamax seine „vertraglich eingeräumten Rechte nur bedingt ausüben können“. Was nun im Vorfeld des Endspiels von Berlin passierte, „verstößt gegen geltendes Vertragsrecht“.