Claudia Bitzer Foto: oh - oh

Claudia Bitzer findet nicht, dass der November der tristeste Monat im Jahr ist. Januar und Februar sind viel öder. Aber es gibt etwas, was sie aufrecht erhält ...

EsslingenGemeinhin gilt hierzulande ja der trübe November als tristester Monat im Jahreskreis. Dabei stimmt das gar nicht. Denn da kann man sich ja noch auf Weihnachten freuen. Januar und Februar sind viel schlimmer als der in Molltönen so viel beklagte Trauermonat. Selbst der Frühlingsanfang dümpelt noch ziemlich trostlos vor sich hin, zumal heutzutage im Märzen kein Bauer mehr irgendwelche Rösslein einspannt. Was weniger dem Klimawandel als der fortgeschrittenen Mobilität im Agrarwesen geschuldet ist. Womit die globale Erderwärmung freilich nicht beschönigt werden soll: „Wächst das Gras im Januar, ist’s im Sommer in Gefahr“, klagt schon eine alte Bauernregel.

Das traditionelle Dreikönigstreffen der Liberalen im Land ist jedenfalls gemeinhin ebenso wenig stimmungsaufhellend wie die letzten Zuckungen der noch verbliebenen Fasnets­umtriebe im protestantischen Esslingen. Selbst Googeln hilft derzeit beim Ausschütten von Glückshormonen nicht viel weiter: Wirft man einen Blick auf die Aktions- und Gedenktage im Jahr, die Wikipedia gesammelt hat, ist schon Entscheidendes an einem vorbeigerauscht. Etwa der Tag der Blockflöte, der alljährlich am 10. Januar begangen wird. Oder der Tag des Schlagers, der immer am dritten Samstag im Januar besungen wird. Und das, ohne dass man den leisesten Ton davon mitbekommen hätte.

Allein eine Hoffnung hält einen aufrecht: Am morgigen Dienstag, 21. Januar, ist Weltknuddel- und Weltkuscheltag. Wer so viel Nähe nicht erträgt, der kann es sich stattdessen ganz alleine zuhause auf dem Sofa kuschelig machen: Denn an jenem 21. Januar wird auch der Internationale Tag der Jogginghose gefeiert.

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