Blick aufs Meer statt ins Kinderzimmer Foto: Imago//Fokke Baarssen

Der Sohn ist weg, hat das Elternhaus verlassen. Ganz normal, weiß die Mutter – und hat doch schon nach einem Tag Sehnsucht, meint unsere Kolumnistin Anna Katharina Hahn.

Zwei Tage vor dem Abflug hat er das Zimmer gestrichen. Vorher alles ausgeräumt und jede Steckdose abgeklebt. Manchmal geflucht, wenn seine nackten Füße nach dem Aufstehen auf der Folie hängen blieben, denn er lebte über zwei Wochen in diesem Geknister, mit durchsichtig überzogenem Fußboden, mit Farbeimer, Pinsel und Rollen in einer Ecke. Das Material hatte er schon so lange vor dieser Aktion besorgt, dass ich den genauen Zeitpunkt vergessen habe. Ist auch egal, denn jetzt ist er weg.

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