Abtransport des Mahnmals gegen den Klimawandel im Stadtgarten. Foto: Lichtgut//Kovalenko

Das als Mahnmal gegen den Klimawandel im Eckensee aufgestellte Dachfragment der Stuttgarter Oper war leichter als vom Land angenommen – was sich auf den Verkaufspreis auswirkt. Die Landtags-Opposition nimmt den Vorgang aufs Korn.

Die Historie des sogenannten Kupferknäuels, hervorgegangen aus einem bei einem Unwetter vom Gebäude der Stuttgarter Oper herabgewehten Dachteil, als Mahnmal gegen den Klimawandel ein Weile im Eckensee ausgestellt und nun wieder demontiert, ist um ein kurioses Kapitel reicher.

Das für den Schlossgarten und damit auch für den Eckensee zuständige Landesfinanzministerium hat nun eingeräumt, dass der Verkauf des Altmetalls nur rund 10 000 Euro eingebracht hat – „aufgrund des geringer als erwarteten Gewichtes“, wie es Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) in einem Brief an den Stuttgarter FDP-Abgeordneten Friedrich Haag formuliert.

FDP-Abgeordneter widmet Steuerverschwendung

Der Verkauf des Kupfers sowie der Stahlkonstruktion, auf der das Artefakt ruhte, habe „einen Erlös in Höhe von rund 10 000 Euro“ eingebracht. Dem stehen Kosten von 25 000 Euro für den Aufbau des temporären Mahnmals entgegen, der Abbau hat nochmals mit 2000 Euro zu Buche geschlagen. Unterm Strich übersteigen also die Aufwendungen den Erlös. Es bleibt eine Differenz von 17 000 Euro. „Das Finanzministerium hat insgesamt 17 000 Euro Steuergeld im Eckensee versenkt – das sind genau 17 000 Euro zu viel“, sagt Haag. Er kritisiert Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). Der, so Haags Lesart, „jammert über zu wenig Einnahmen, wirft aber jeden Cent Steuergeld bereitwillig für solche unnützen Projekte zum Fenster hinaus.“

Knapp zwei Jahre lang war das Dachfragment im Eckensee ausgestellt gewesen. Ein starkes Unwetter im Juni 2021 hatte es von der Oper gerissen. Ende Mai 2024 ist es demontiert worden.