Im Kreis Esslingen ist 2024 mehr Abfall in der Restmülltonne gelandet als im Vorjahr. Wie sieht es beim Biomüll aus? Die Abfallbilanz des Umweltministeriums gibt Auskunft.
Im Landkreises Esslingen ist im vergangenen Jahr mehr Abfall angefallen als 2023. Statistisch gesehen hat jeder einzelne Bewohner 138 Kilo Haus- und Sperrmüll entsorgt. Diese Menge entspricht genau dem baden-württembergischen Durchschnittswert. Wie sieht es beim Biomüll und beim Altpapier aus? Darauf gibt die nun vorliegende Abfallbilanz 2024 des Umweltministeriums Auskunft.
Haus- und Sperrmüll Im Jahr 2024 fielen im knapp 537 000 Einwohner zählenden Kreis Esslingen 67 354 Kilogramm Hausmüll an –1221 Kilo mehr als 2023. Das entspricht 126 Kilo pro Kopf, ein Plus von zwei Kilo gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kamen 6784 Kilo Sperrmüll, 278 Kilo mehr als noch 2023. Rechnerisch sind das 13 Kilo pro Einwohner (Vorjahr 12 Kilo). Mit der Abfallmenge von 138 Kilo pro Kopf liegt Esslingen im Vergleich mit den anderen 27 städtischen Kreisen im Land im hinteren Drittel. Spitzenreiter ist dem Bericht zufolge Calw mit 71 Kilo, Schlusslicht der Ortenaukreis mit 212 Kilo. Erklären lässt sich der leichte Anstieg mit einem gestiegenen Konsumverhalten der privaten Haushalte.
Umweltministerium freut sich über mehr Biomüll
Biomüll und Grüngut Mit der Sammlung von Bioabfall hat der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises Esslingen zwei Firmen beauftragt, die sich das Kreisgebiet teilen. Die Leerung der braunen Tonnen erfolgt alle zwei Wochen, in den Monaten Mai bis Ende Oktober wöchentlich. Auf diese Weise sind im vergangenen Jahr 39 608 Tonnen Biomüll (plus 2607 Tonnen) zusammengekommen, das entspricht 74 Kilo pro Einwohner (Vorjahr 69 Kilo). Diesen Anstieg bewertet das Umweltministerium als positiv, denn Biomüll gilt als wertvoller Rohstoff zur Energiegewinnung. Es fiel hingegen deutlich weniger Grünschnitt an: An den Sammelstellen wurden insgesamt 31 967 Tonnen entgegengenommen, das sind 2160 Tonnen weniger als im Jahr zuvor. Der rückläufige Trend ist landesweit zu verzeichnen.
Altpapier und Altglas: Die Abfallmenge ist seit Jahren rückläufig
Altpapier und Altglas Die statistische Erfassung der Altpapiermenge ist laut Umweltministerium nicht ganz einfach, weil teils über öffentliche Träger, teils gewerblich über das Duale System und teils privat, etwa durch Vereine, gesammelt wird. Festzustellen ist jedoch: Das Aufkommen sinkt seit Jahren. Im Kreis Esslingen wurde 2024 eine Gesamtmenge von 28 038 Tonnen Altpapier erfasst, was etwas weniger ist als im Vorjahr (28 402 Tonnen). Rein rechnerisch sind das 52 Kilo pro Kopf (2023: 53 Kilo). Der Durchschnittswert aller 44 Kreise im Land liegt bei 58 Kilo. Auch bei der Altglassammlung ist ein Rückgang festzustellen. 2024 sind im Kreis Esslingen 12 748 Tonnen Altglas entsorgt worden (2023: 13 122 Tonnen).
Elektrogeräte Der Statistik zufolge wurden im vergangenen Jahr mit 2977 Tonnen mehr Elektro- und Elektronikgeräte als im Vorjahr (2818 Tonnen) auf den Wertstoffhöfen des AWB entsorgt. Das Pro-Kopf-Aufkommen im Kreis Esslingen liegt bei 5,5 Kilo – und damit unter dem Landesdurchschnitt von 6,6 Kilo. Andere Kreise haben eine wesentlich bessere Entsorgungsquote: In Göppingen beispielsweise sind es 8,9 Kilo pro Einwohner, in Böblingen 8,2 Kilo.
Problemstoffe Abfälle aus Privathaushalten und Kleingewerbe, die wegen problematischer Inhaltsstoffe nicht in den Restmüll gehören, nimmt unter anderem das Schadstoffmobil des AWB entgegen. Laut Statistik wurden im vergangenen Jahr im Kreis Esslingen insgesamt 222 Tonnen Problemstoffe wie alte Farben, Sprays und Haushaltschemikalien abgegeben (Vorjahr: 202 Tonnen). Die Zunahme gilt als Indiz für ein steigendes Problembewusstsein der Bürger.