Beim Familienfest im Köngener Römerpark lockt das Dorf der Epochen mit einer Zeitreise. Foto: Verein für historisches Handwerk und lebendige Geschichte

Köngen lässt es zum 950. Jubiläum an diesem Wochenende mit einem großen Umzug, viel Musik in der Ortsmitte sowie einem Familienfest im Römerpark ordentlich krachen.

Fast 950 Jahre ist es her, dass Köngen erstmals urkundlich erwähnt wurde – vom 9. Oktober 1075 datiert das Schriftstück des Klosters Hirsau, das unter anderem von einem Zeugen namens Uodolscalch de Chunigin beglaubigt wurde. Uodolscalch trug den Titel „Domnus“ also lateinisch für „Herr“, ein Fingerzeig, dass der Mann den alteingesessenen Adel des Ortes Chunigin vertrat. Der Ortsname Chunigin wandelte sich über Kunigen, Konigen bis zum heutigen Name Köngen.

Freilich reicht die Geschichte des Ortes bis in die Jungsteinzeit zurück, doch die erste offizielle Erwähnung nimmt die Gemeinde zum Anlass sich zu feiern. Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres steigt am 5. und 6. Juli ein großes Ortsfest. „Wir feiern ein stolzes Jubiläum, das gibt uns Anlass, gemeinsam innezuhalten, zurückzublicken aber auch freudig nach vorne zu schauen“, kündigt Köngens Bürgermeister Ronald Scholz an.

Fassanstich und Gottesdienst

Los geht es am Samstag, 5. Juli, um 14.30 Uhr mit einem Umzug der Kindergärten, Schulen, Feuerwehr und Vereinen. Angeführt wird der Umzug vom Köngener Gemeinderat, der Verwaltung sowie von Vertretern der Partnergemeinden. Um 16 Uhr gibt es den offiziellen Fassanstich von Bürgermeister Scholz in der Ortsmitte, weiter geht es bis 20.15 Uhr mit Köngener Bands aus der Musikschule und vom Jugendhaus Trafo. Danach rocken die BangBags im Stil der 50er und 60er die große Partynacht. Der Eintritt ist frei.

Am Sonntag, 6. Juli, wird im Römerpark weiter gefeiert. Um 10.30 Uhr gibt es zunächst einen ökumenischen Gottesdienst, um 11.30 Uhr gibt es eine Ansprache von Bürgermeister Scholz. Danach geht es musikalisch unter anderem mit dem Köngener Musikverein, der Chorgemeinschaft Köngen und vielen weiteren Teilnehmern weiter. Ebenfalls im Römerpark lädt ab 11.45 Uhr das „Dorf der Epochen“ zur Zeitreise ein – dabei gibt es nicht nur Einblicke in die Zeit des Römerkastells, auch weitere Epochen wie etwa das Mittelalter werden thematisiert. Obendrein bieten zahlreiche Köngener Vereine und Organisationen an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, sich sportlich, kreativ oder musikalisch zu betätigen und der Historiker Martin Luik bietet Führungen durch das ehemalige Kastell an.

Konzert im Innenhof

Ab 18 Uhr verlagert sich das Geschehen dann in den Innenhof des Köngener Schlosses. Dort steht Carl Orffs Meisterwerk „Carmina Burana“ auf dem Programm. Dargeboten wird die szenischen Kantate vom Chor zum guten Hirten (Köngen), der Jugendkantorei Köngen sowie dem Jungen Chor Stuttgart unter der Leitung von Paul Theis. Die solistischen Vokalpartien übernehmen Gundula Peyerl (Sopran), Thomas Hamberger (Bass) und Gunnar Brenner (Tenor). Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung in der katholischen Kirche Zum Guten Hirten statt. Der Eintritt beträgt 20/10 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sind frei.