Bei einem Bauunternehmen durften Jugendliche dicke Nägel reinhauen. Foto: Petra Bail - Petra Bail

Beim Job-Info-Tag in der Nellinger Riegelhofschule haben sich 600 Schüler über ihre berufliche Zukunft informiert. 80 Aussteller boten Orientierung.

NellingenDie zwölfte Auflage des Job-Info-Tags der Riegelhofschule in Nellingen hat die Rekordmarke von 80 Ausstellern geknackt. „So viele Unternehmen, Einrichtungen und weiterführende Schulen hatten wir noch nie“, freute sich Realschulrektor Markus Fritz. Dieser Erfolg gibt nicht nur der Schule Profil, sondern macht auch deutlich, wie wichtig die berufliche Bildung ist. Das unterstrich Oberbürgermeister Christof Bolay. Weil er bei der Eröffnung im Kubino, verlas Fritz stellvertretend Bolays Grußwort.

Rund 600 Schüler und Schülerinnen aus Ostfildern, Neuhausen und Denkendorf informierten sich an 35 Ständen im Kubino und an 45 Ständen in der Schule über die Möglichkeiten einer Ausbildung oder einer weiterführenden Schule. Auch Eltern und Lehrkräfte kamen. Ein Lehrer aus Neuhausen lobte die Vielfalt der Betriebe auf der regional ausgerichteten Berufsmesse. „Es kommen immer neue Aussteller dazu. Das ist ein Hinweis auf den guten Ruf des Job-Info-Tags.“ Außerdem will er wissen, was seinen Schülern angeboten wird und vor allem, ob die Jahrgangsstufen 8 und 9, für die der Besuch Pflicht ist, auch tatsächlich da sind.

Die Vorbereitung ist ein Jahresprojekt, das Robert Riedl, Berufsorientierungschef der Schule, mit einem Team und in enger Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Ostfildern stemmt. Er lobt die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Steffen Rohloff: „Das macht richtig Spaß.“ Der Wirtschaftsförderer der Stadt gab das Lob postwendend zurück: „Es ist sehr professionell, was die Schule auf die Beine stellt.“ Er verwies auf die Standzuteilung, die Betreuung und die Flexibilität, die die Realschule in Bezug auf die große Herausforderung der Baustelle in diesem Jahr zeigte. Für die Firmenakquise ist die Wirtschaftsförderung zuständig, die damit auch ein Zeichen für den Standort Ostfildern setzt: „Wir kümmern uns um die Betriebe.“

Zudem dient die Berufsmesse nicht nur als Karrierekick für Schulabgänger, sondern auch der Fachkräftesicherung. „Das fängt beim Betriebspraktikum an und setzt sich über die Ausbildung fort“, sagte Rohloff. An Firmenständen trifft Schulleiter Fritz manchmal ehemalige Schüler, die nun Auszubildende sind. „Da geht einem das Herz auf, wenn man hört, dass sie gerne wieder herkommen“, freut sich der Rektor der MINT-freundlichen Schule. Eine der Ehemaligen ist Luisa Hirth am Stand von Balluff aus Neuhausen. Seit einem Jahr macht sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau: „Es ist die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“. Sie kam über die Schule und verschiedene Ausbildungsmessen zu diesem Job.

Die Friedrich-Ebert-Schule, die John-F.-Kennedy-Schule und die Käthe-Kollwitz-Schule aus Esslingen informierten auf einer eigenen Etage im Schulgebäude über die Möglichkeiten einer weiterführenden Schule. Ein Drittel der Schulabgänger machen eine Lehre, zwei Drittel gehen auf weiterführende Schulen, berichtete Fritz. Diesen Trend spürt Thomas Jung, Personalleiter der Firma Hänchen in Ruit. Insbesondere für die Fertigung sei eine gute duale Ausbildung enorm wichtig. Zu kämpfen haben Handwerksbetriebe. Im Zimmereibereich sieht Johannes Brenner von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen geringe Probleme, meinte jedoch: „Maurer braucht man dringend.“ Eine Imagefrage, vermutet Brenner. Das wird beim Berufswunsch von David (16) deutlich. „Was mit Computer“ oder Mechatroniker könnte er sich vorstellen. Handwerk im Bereich Holzarbeit würde aber auch gehen.

„Ist der Staat auch da?“, fragte ein Schüler. Mit Landes- und Bundespolizei, Bundeswehr, Finanzamt und den Kommunen Ostfildern, Denkendorf und Neuhausen hatte Berufsorientierungschef Robert Riedl einiges anzubieten. Drei Freundinnen zwischen 14 und 15 Jahren erkundigten sich beim städtischen Pflegeheim Esslingen nach Ausbildungsfeldern und Voraussetzungen. Sie versuchten sich einen generellen Überblick über Berufsfelder zu verschaffen. Shirin, die ein Kopftuch trägt, wollte wissen, ob das ein Hinderungsgrund ist. Die BW Bank habe damit kein Problem, erzählte sie, ein Kreditinstitut habe im vergangenen Jahr aber eine Beschäftigung am Schalter ausgeschlossen. Jessica strebt in den medizinischen Bereich, Alicia möchte in den Sanitätsbereich. Die dunkelhäutige Frau hat trotz langer, schwarzer Zöpfchenfrisur keine Ressentiments erfahren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: