Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Ein neues Konzept informiert mit einer „Nacht der Ausbildung“ über Lehrberufe, Zugangsvoraussetzungen, Inhalte und Weiterbildungsmöglichkeiten.

EsslingenRund 1000 Besucher – das war die Idealvorstellung. Etwa 600 Gäste waren gekommen. Dennoch zieht Daniel Aichinger von den Wirtschaftsjunioren als Mitorganisator ein positives Fazit von der ersten Nacht der Ausbildung in Esslingen. Es werde noch Nachbesprechungen und mögliche Anpassungen des Konzepts geben, doch 2020 soll eine Neuauflage des Events über die Bühne gehen.

Am Donnerstag hatten Jugendliche die Möglichkeit, sich zwischen 15 und 21 Uhr bei der Nacht der Ausbildung über Lehrberufe, Zugangsvoraussetzungen, Inhalte und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren. In einer Mischung aus Jobbörse, Shuttle-Party, Vor-Ort-Event und Firmenpräsentationen konnten bei dieser Veranstaltung eine Lehrstellenmesse mit verschiedenen Teilnehmenden vor und im Beruflichen Schulzentrum besucht werden, und fünf kostenlose Buslinien brachten Besucher im 30-Minuten-Takt zu den 29 mitmachenden Betrieben, die ein kreatives Programm veranstaltet hatten.

Die Teilnehmerzahl erfüllt Daniel Aichinger nicht mit Sorge. Sie ist zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, doch der Wirtschaftsjunior verweist auf Erfahrungen aus den Nachbarkreisen. Göppingen etwa habe bei seiner ersten Nacht der Ausbildung ungefähr 500 Teilnehmende gezählt, nun – nach einigen Jahren der Etablierung – kamen gut 1 500 Besucher. Zudem seien die Erfahrungen in den einzelnen Betrieben unterschiedlich gewesen: Zu manchen seien viele, zu anderen wenige Jugendliche gekommen. Aber seiner Darstellung nach sei es auch nicht der Sinn der Veranstaltung, dass Horden von Besuchern in den Unternehmen einfallen: Es sei besser, wenn sich die Mitarbeitenden vor Ort intensiv um einzelne Interessenten kümmern könnten. Zudem zähle auch die Qualität der Besucher, die sehr hoch gewesen sei. Hier hätten die Teilnahmebetriebe gute Erfahrungen gemacht. Es seien sogar Termine für Vorstellungsgespräche und Praktika vereinbart worden. Insgesamt müsse die Nacht der Ausbildung in Esslingen noch bekannter werden und sich fester im Veranstaltungskalender der Schulen und Jugendlichen verankern.

Nein – vergessen wurde kein Schüler. Dennoch kam es bei der Premiere der Nacht der Ausbildung zu verkehrstechnischen Problemen: Busse blieben im innerstädtischen Feierabendstau stecken, die Baustelle in Ruit sorgte für Verzögerungen im Fahrplan, und Schüler mussten teilweise auf das verspätete Eintreffen des Shutt-les warten. Gegen Staus und Baustellen sei man machtlos, erklärt Daniel Aichinger. Aber bei einer Neuauflage der Veranstaltung könnte zum Beispiel in Form von Apps und unter Nutzung der digitalen Möglichkeiten besser auf Änderungen im Busfahrplan hingewiesen werden, sodass sich die Teilnehmer darauf einstellen können: „Es hat alles gut geklappt. Aber in Nachbesprechungen werden wir an Optimierungen arbeiten.“

„Gähn – wie langweilig.“ Dieses Urteil bekam Daniel Aichinger nach eigenen Angaben von niemandem zu hören. Das Feedback der jugendlichen Besucher sei größtenteils positiv gewesen: Viele hätten die Nacht der Ausbildung als spannend empfunden – auch weil sie sich von anderen Veranstaltungen dieser Art durch ihren dynamischen Charakter mit den Busrouten unterschieden habe. Die Unternehmen hätten sich in ihrer Mehrheit ebenfalls zustimmend geäußert. Der Zeitrahmen von 15 bis 21 Uhr werde bei einer Neuauflage nicht groß verändert: „Vielleicht beginnen wir im nächsten Jahr 30 Minuten früher.“

Auch der Termin Anfang Oktober ist aus Sicht des Wirtschaftsjunioren gut gewählt: Zwischen November und Februar könne die Witterung mit kalten Temperaturen, Eisregen, Schnee oder Glatteis Probleme bereiten, und in den Monaten vor den Sommerferien werden die Jugendlichen von Prüfungsarbeiten und Abschlusstests in Anspruch genommen. Zudem werde eine gewisse Vorlaufzeit für Vorbereitung und Organisation der Veranstaltung benötigt.

Das Timing passt also aus Sicht der Veranstalter. Und auch das grobe Gerüst der Konzeption bleibt bestehen. Allerdings könnten sich die Veranstalter 2020 laut Daniel Aichinger eine kreisweite Ausdehnung des Events vorstellen. Doch die Premiere, die erste Nacht der Ausbildung in Esslingen, sieht er als gelungen an.

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