Die Verletzung von Mateu Morey trübt den Einzug des BVB ins DFB-Pokalfinale. Foto: dpa/Martin Meissner

Der BVB steht zum 10. Mal im Endspiel des DFB-Pokals. Das wird nach dem 5:0 über den chancenlosen Außenseiter Kiel aber nicht gefeiert. Die Schmerzensschreie von Mitspieler Mateu Morey schockieren - und drängen das sportliche Geschehen in den Hintergrund.

Dortmund - Von wirklicher Freude über den Spaziergang in das Pokalfinale war bei Borussia Dortmund wenig zu spüren. Selbst Minuten nach dem 5:0 (5:0)-Kantersieg über Bayern-Bezwinger Holstein Kiel ging das Verletzungspech von Mitspieler Mateu Morey allen Beteiligten noch immer sichtlich nahe. Auch Trainer Edin Terzic konnte den größten Erfolg seiner noch jungen Trainerkarriere nicht genießen. „Bis zur 75. Minute war das ein perfekter Abend für uns. Aber wenn man so einen fantastischen Jungen auf dem Boden sieht, das trübt natürlich den ganzen Abend“, klagte der Fußball-Lehrer.

Die lauten Schmerzensschreie des 21 Jahre alten spanischen Außenverteidigers, der sich nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung in einem Laufduell ohne gegnerische Einwirkung wahrscheinlich eine schwere Knieverletzung zuzog, waren minutenlang im ganzen Stadion zu hören und nahmen sowohl den Dortmundern als auch den Kielern den Spaß am Weiterspielen. „Schön, wir fahren nach Berlin. Aber das tut jedem in der Mannschaft weh“, kommentierte Nationalspieler Emre Can den Schockmoment mit nachdenklicher Miene.

Noch vor dem Schlusspfiff war Morey bereits auf dem Weg ins Krankenhaus. Doch die Hoffnung, dass ihm die zweite schwere Knieverletzung seiner Karriere erspart bleibt, sind nur gering. „Man muss ganz ehrlich sagen, dass es nicht so gut aussah“, kommentierte Kapitän Marco Reus beim anschließenden Sichten der schlimmen TV-Bilder, „das überschattet den Sieg“.

Für Kiel geht Pokal-Märchen krachend zu Ende

Der famose Auftritt der Borussia vor allem in der ersten Halbzeit mit Toren von Giovanni Reyna (16./23. Minute), Marco Reus (27.), Thorgan Hazard (32.) und Jude Bellingham (42.) geriet zur Randnotiz. Auch ohne Torjäger Erling Haaland, der verletzt auf der Tribüne zusah, traf die Borussia nach Belieben. „Fast jeder Torschuss war drin, dann haben wir uns in einen Flow gespielt“, befand Reus.

Die Fußball-Gala beschert der Borussia am 13. Mai in Berlin ein reizvollen Duell mit RB Leipzig um die Rolle als zweite Kraft im deutschen Fußball hinter Branchenführer München.

Dagegen ging für die Kieler das Pokal-Märchen krachend zu Ende. Anders als beim Zweitrunden-Coup über Rekordsieger FC Bayern waren sie diesmal chancenlos. „Man muss ehrlich sagen, dass uns Dortmund in der ersten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt hat“, gestand Hauke Wahl. Sorgen, dass sich die bittere Schlappe negativ auf den finalen Kampf der Norddeutschen um den Bundesliga-Aufstieg auswirken könnte, macht sich der Abwehrspieler nicht: „Das ist ein kleiner Nackenschlag. Wir können es am Dienstag schon wieder gut machen, das ist das Schöne“, sagte er mit Bezug auf die kommende Partie daheim gegen den SV Sandhausen.

Ähnlich sah es Ole Werner. „Ich glaube nicht, dass das ein Wirkungstreffer war“, kommentierte der Coach und warb nach der Partie noch auf dem Platz im Mannschaftskreis um eine sachliche Einordnung des Spiels in Dortmund: „Es ist ein Riesensensation, dass wir heute hier standen und in der 2. Liga um den Aufstieg spielen.“

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