Strahlt trotz der aktuellen schwarzen Sieglos-Serie Optimismus aus: Kölns Trainer Markus Gisdol. Foto: Tom Weller/dpa Foto: dpa

Was soll dem 1. FC Köln Hoffnung machen? 15 Spiele lang wartet er nun schon auf einen Sieg in der Bundesliga - und jetzt kommen auch noch die Bayern. Trotzdem glaubt Trainer Gisdol an die Wende. Und er nennt Gründe dafür.

Köln - Man kann Markus Gisdol zumindest nicht vorwerfen, dass er den Mut verliert. Seit 15 Spielen wartet der Trainer mit dem 1. FC Köln nun schon auf einen Sieg in der Fußball-Bundesliga, so lange wie noch keiner seiner Vorgänger in der langen Geschichte des Traditionsclubs.

Und ausgerechnet in dieser Situation bekommt es der chronisch sieglose FC als nächstes mit dem chronisch erfolgreichen FC Bayern München zu tun. Was soll den Kölnern also Hoffnung machen, dass ihre schwarze Serie bald zu Ende geht? Die "ansteigende Form" vieler Spieler etwa, wie Gisdol nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart sagte. Ob das für die Bayern reicht, bleibt abzuwarten.

Nach dem zweiten Punktgewinn in Serie lobte der Coach die "stabile Leistung" seiner Mannschaft, das sei schön zu sehen. Auch die Personalsituation entspannt sich. Trotzdem warnte er davor, unruhig zu werden, sollte sich der Negativlauf fortsetzen. "Es wird für uns ganz wichtig sein, in aller Ruhe die Saison zu spielen", betonte der 51-Jährige. Peter Stöger war neben Gisdol zuvor der einzige FC-Coach, der mal 14 Partien am Stück ohne Sieg blieb. Anschließend hatte der Club den Österreicher beurlaubt. Dieses Schicksal droht Gisdol zunächst nicht.

Aber das Duell mit den Bayern könnte die Stimmung im und um den Verein wesentlich beeinflussen. Es dürfte auch auf die Art und Weise des Spielverlaufs ankommen. Eine Niederlage wäre für den FC grundsätzlich sicher keine Schande, bei einer Klatsche könnte es dagegen auch für Gisdol ungemütlich werden. Um das zu verhindern, muss die Mannschaft deutlich konzentrierter als noch gegen Stuttgart in die Partie starten. "Irgendwie brauchen wir immer ein Hallo-wach in jedem Spiel", monierte Gisdol. Gerade mal 23 Sekunden benötigte der VfB, um durch Orel Mangala in Führung zu gehen. Nur zwei Minuten später setzte Daniel Didavi einen Freistoß an die Latte.

"Wir haben gebraucht, um ins Spiel zu finden", sagte Torhüter Timo Horn. Eigentlich gelang es dem FC erst dann, als die Schwaben sich einen unnötigen Aussetzer erlaubten. Weil Atakan Karazor ohne große Not Sebastian Andersson im Strafraum foulte, gab Schiedsrichter Guido Winkmann Elfmeter. Andersson trat selbst an und verwandelte in der 23. Minute souverän. Erst dann bekamen die Kölner einen Zugang zum Spiel. "Ein Punkt ist ein Punkt. Aber wir müssen anfangen zu gewinnen. Wir brauchen mehr Punkte", sagte Andersson bei DAZN. "Gegen die Bayern, das wird für jede Mannschaft schwer, aber wir müssen es versuchen."

Neben der ansteigenden Form seiner Spieler macht Gisdol auch die neue Besetzung auf dem rechten Flügel Hoffnung. Neben der BVB-Leihgabe Marius Wolf zeigte dort auch der früh für Kingsley Ehizibue eingewechselte Neuzugang Dimitrios Limnios eine engagierte Leistung. "Die rechte Seite hat in der zweiten Halbzeit geglänzt", sagte Gisdol sogar. Den Optimismus verliert der Coach jedenfalls nicht.

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