Valeria Fiorenza, Angelika Elser und Ulrike Mohn sind beim Pferdemarkt unverzichtbar. Sie sorgen für reibungslose Abläufe bei Prämierungen und Wettbewerben im Reiterstadion.
Die Frau im gelben Anorak ist nicht zu übersehen. Effizient weist Angelika Elser die Pferdeführer hinter dem Leonberger Reiterstadion ein, sammelt gelbe Kärtchen ein und fragt ab, wer mit seinen Pferden auch am Gespannwettbewerb teilnimmt.
„Ich habe einmal eine andere Jacke angehabt, da hat mich keiner mehr gefunden“, sagt Elser, die erst überlegen muss, wann sie das erste Mal beim Pferdemarkt mitgearbeitet hat. „Das müsste so 1986 gewesen sein.“ Hier im Reiterstadion kennt sie jeder – und sie selbst kennt auch jeden.
Die Abläufe im Reiterstadion sind beim Pferdemarkt eng getaktet
Angelika Elser kennt die Züchter, die ihre großen und kleinen Pferde nach Leonberg zur Prämierung und dem Gespannwettbewerb bringen. Sie kennt die dazugehörigen Erfolge. Die Familienmitglieder. Die unterschiedlichen Pferderassen. Die Preisrichter. Und natürlich die Wettbewerbe.
Gemeinsam mit Ulrike Mohn, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Pferdemarkt-Jubiläum als Helferin begeht, managt sie die Abläufe. Ohne die beiden läuft sonntags und dienstags nichts im Reiterstadion. Dabei agieren sie ehrenamtlich. „Ich nehme mir immer den Tag frei, damit ich hier sein kann“, erzählt Angelika Elser, die aus Markgröningen stammt.
Sie selbst ist mit Pferden groß geworden. Ihr Vater hatte ein Gespann, später fuhr sie selbst mit und nahm als Beifahrerin auch an internationalen Wettbewerben teil. Mit dem Leonberger Pferdemarkt kam sie erstmals in Berührung, als sie 1979 eine Ausbildung bei der Stadt Leonberg begann.
Seit 5.30 Uhr ist das Organisationsteam am Dienstag, dem Haupttag des Pferdemarktes, schon im Einsatz. Um 9 Uhr beginnen die Prämierungen, gegen 11 Uhr folgen die Gespannwettbewerbe. Ab 13.30 Uhr werden die Ehrengäste auf die Kutschen verteilt, die beim großen Umzug von 14 Uhr an mitfahren. Dann wird Angelika Elser auch mitmoderieren.
Für Valeria Fiorenza wiederum ist es der erste Pferdemarkt in offizieller Funktion. Seit März 2025 ist sie im städtischen Amt für Kultur und Sport für den Sport und die Jugendförderung zuständig – und damit auch für die Bereiche Reiterstadion und Pferdehandel beim Pferdemarkt. „Ich bin aber Ur-Leonbergerin und mit dem Pferdemarkt aufgewachsen“, erzählt sie.
112 Pferde und 79 Kutschengespanne sind im Wettbewerb gemeldet
Bevor sie ihre neue Position im vergangenen Jahr offiziell angetreten hat, hat sie ihre Vorgängerin im Februar schon beim Pferdemarkt begleitet und war anschließend in die Nachbereitung einbezogen. Und seit September wurde dann bereits die aktuelle, 333. Ausgabe des Leonberger Pferdemarktes vorbereitet.
112 Großpferde sowie 79 Gespanne sind an diesem Tag gemeldet. Am Sonntag bei den Ponys und Kleinpferden waren 138 Tiere und 71 Gespanne dabei. Der Zeitplan am Dienstag ist eng getaktet. Immer wieder fahren Autos mit Anhängern vor, werden Pferde und Kutschen aus oder wieder eingeladen. Verspätungen darf es keine geben. „Sonst kommen sie nicht rechtzeitig vor dem Festumzug wieder raus“, erklärt Valeria Fiorenza.
Ohne Pferde wäre es ja kein Pferdemarkt
Später kommen noch die Gäste aus den Partnerstädten Berlin-Neukölln, Bad Lobenstein, Belfort (Frankreich), und Ronvinj (Kroatien), der Oberbürgermeister Tobias Degode wird dann die Siegerstuten auszeichnen. 18 Preisrichter, zwölf Azubis, unzählige Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat Valeria Fiorenza zu koordinieren und muss auf alle möglichen Notfälle vorbereitet sein.
„Das Schwierigste ist tatsächlich, dass so viel gleichzeitig stattfindet“, sagt sie. Sie lobt aber gleichzeitig das eingespielte Team und die über Jahre erprobten Abläufe.
Das werde auch honoriert von den Pferdehaltern und Züchtern. „Wir wollen ja auch, dass sie Jahr für Jahr wiederkommen.“ Denn ohne Pferde wäre es schließlich auch kein Pferdemarkt.