Werders Davie Selke (r) kämpft gegen Leverkusens Jonathan Tah um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen/dpa Foto: dpa

Endlich mal wieder ein Punkt! Doch die Freude über das Ende der langen Talfahrt hält sich bei Werder Bremen in Grenzen. Das Zittern geht weiter - und nun kommt es zu einem ganz brisanten Kellerduell.

Bremen - Werder Bremens Zittersaison geht weiter.

Zwar erkämpften sich die Bremer gegen Bayer Leverkusen beim 0:0 einen verdienten Punkt, die Situation im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga bleibt für die Norddeutschen aber prekär und könnte sich durch Siege der Konkurrenz am Sonntag weiter zuspitzen.

Immerhin stoppte Werder mit dem Remis die dramatische sportliche Talfahrt von sieben Liga-Niederlagen am Stück und spielte erstmals seit fast zwei Monaten in der Liga wieder zu Null.

"Es war ein verdienter Punkt. Es war nicht das, was wir wollten, aber es ist trotzdem extrem wichtig, dass wir gegen eine Spitzenmannschaft einen Punkt geholt haben", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt. Werder verkürzte durch das verdiente Unentschieden den Rückstand auf den FC Augsburg auf zwei Punkte. Am nächsten Samstag kommt es in Augsburg zum brisanten und vielleicht vorentscheidenden Kellerduell. "Jeder weiß um die Bedeutung dieser Partie", sagte Kohfeldt, der dann auf Eren Dinkci verzichten muss. Der junge Angreifer sah in der Nachspielzeit die Rote Karte.

Für Leverkusen war das Remis ebenfalls zu wenig. Die Qualifikation für die Champions League ist nicht mehr möglich, auch das Ticket für die Europa League hat das Team von Trainer Hannes Wolf noch nicht sicher. "Wir waren ein paar Mal nah dran, leider hat es nicht gereicht", sagte Wolf, der nach der Partie in Leon Bailey, Daley Sinkgraven, Nadiem Amiri und Kerem Demirbay gleich vier angeschlagene Spieler zu beklagen hatte. "Ich hoffe, dass sie nicht länger ausfallen", sagte der Bayer-Coach mit Blick auf die Partie gegen den 1. FC Union Berlin am nächsten Samstag.

"Wir wissen natürlich um die Situation von Werder Bremen, aber es haben ein paar Schläge richtig weh getan", sagte Wolf. "Ich habe selten so viel mit neun oder sogar nur acht Spielern gespielt, weil jemand behandelt werden musste."

Kohfeldt hatte von seiner Mannschaft einen genauso leidenschaftlichen Auftritt wie bei der unglücklichen Niederlage im Halbfinale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig gefordert. "Ich sehe am Samstag keinen großen Unterschied zu einem Pokalspiel. Das ist meine klare Ansage an die Mannschaft", hatte der nach wie vor um seinen Job kämpfende Trainer gesagt.

Doch obwohl die bedingungslose Leidenschaft erst in der zweiten Halbzeit wirklich sichtbar wurde, wertete Kohfeldt die Leistung als Schritt nach vorne. "Ich bin überzeugt davon, dass sie diese Mentalität jetzt auch bis zum Saisonende aufrechterhalten", sagte der Trainer, der seine eigene Zukunft erneut nicht kommentieren wollte. "Es geht jetzt nicht mehr um meine Person oder um einzelne Spieler, sondern nur noch um Werder Bremen und darum, dass wir die Klasse halten", sagte Kohfeldt.

Leverkusen hatte die Partie vor der Pause im Griff und hätte zur Halbzeit führen müssen. Doch ein Treffer von Florian Wirtz wurde von Schiedsrichter Markus Schmidt nach Überprüfung des Videoassistenten wegen einer Abseitsstellung wieder zurückgenommen wurde. Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber mutiger, ohne wirklich gefährlich zu werden. Doch immerhin stimmte der Einsatz, Leverkusen kam im zweiten Durchgang lange Zeit gar nicht mehr gefährlich vor das Bremer Tor. Dennoch hätte es fast doch noch zum zweiten Sieg in Serie gereicht. Doch der eingewechselte Demarai Gray scheiterte neun Minuten vor dem Ende am starken Bremer Torwart Jiri Pavlenka.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-520799/3

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