Gleich ist er vorbei: Felice Franza (rechts) auf dem Weg zum 3:1. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

In der 82. Minute gibt es eine umstrittene Szene.

EsslingenDas war nicht der Nachmittag des Michael Rossipal – obwohl er im Spiel seiner TSG Esslingen in der Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, gegen den TSV Denkendorf ein Tor geschossen hatte. Es war die 82. Minute und die Szene des Spiels: Rossipal erzielt per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:2 für die Esslinger. Es keimt wieder Hoffnung auf. Aber die Denkendorfer Fans wollen ein klares Handspiel gesehen haben. Rossipal sagte nach dem Spiel: „Der Schiedsrichter hat alles gesehen“. Der souveräne Unparteiische Michael Nagy hatte auf Tor für die TSG entschieden und blieb auch nach der Befragung des Torschützen dabei. Die letzten Minuten des Spiels musste sich Rossipal zahlreiche Anfeindungen, Pfiffe und Buhrufe aus dem Denkendorfer Fanlager anhören. Ob Hand oder nicht – am Ende verlor Rossipals TSG mit 1:3 (0:1). Und die Denkendorfer halten nach dem fünften Sieg in Folge den Anschluss an die Spitze.

Den Beginn der Partie bestimmten die sehr früh angreifenden Blauen aus Denkendorf. Dann entwickelte sich ein flottes, gutes Spiel von beiden Mannschaften, wobei der TSV in der ersten Hälfte die etwas bessere Spielanlage zeigte und in der 19. Minute das 1:0 erzielte: Die Roten aus Esslingen hatten im Mittelfeld den Ball verloren. Es folgte ein steiler Pass auf Denis Wieczorek, der Felice Franza bediente, der wiederum dem sehr guten TSG-Torhüter Robin Harnisch keine Chance ließ. 0:1 hieß es auch noch zur Pause, wobei der TSV die besseren Chancen hatte.

Nach der Pause hatten die Esslingen ihre beste Zeit. Fast pausenlos rannten die Roten das Tor des Gegners an. Doch statt des Ausgleiches fiel in diese Drangphase hinein das 2:0 für die Denkendorfer. Wieder wurde im Spielaufbau der Ball verloren, Tim Kurka schnappte sich das Spielgerät, sprintete Richtung Tor zu und traf mit einem satten Schuss ins lange Eck.Die TSG zeigte daraufhin gute Moral, steckte nicht auf und spielte weiter konsequent nach vorne, blieb aber meist bereits vor dem Strafraum hängen. Dann kam die 82. Minute und die umstrittene Szene: Nach sehenswerter Flanke des eingewechselten Mehmet Berhat Aktan köpfte Rossipal den Anschlusstreffer.

Das von beiden Seiten sehr fair geführte Spiel wurde nun etwas ruppiger. Viele kleine Fouls verhinderten einen Spielfluss, der ansonsten über weite Strecken der Partie zu sehen war. Die Esslinger warfen in den letzten Minuten alles nach vorne, um noch den Ausgleich zu erzielen und kamen auch zu Chancen. Die Denkendorfer Abwehr stand gut und leitete nach gewonnenen Bällen mit langen Pässen sehr gefährliche Konter ein. So verfehlte Patrik Demaili mit einem sehenswerten Links-Volleyschuss nur knapp das Esslinger Tor. Ein weiterer Konter führte dann zum 3:1-Siegtreffer, wieder durch Franza, auf Zuspiel von Kurka.

Esslingens Co-Trainer Tim Köper, der den erkrankten Klaus Schütte vertrat, meinte: „In der ersten Halbzeit war Denkendorf die bessere Mannschaft, in der zweiten waren wir die bessere Mannschaft, haben es aber nicht geschafft, zwingende Torchancen zu erspielen“. Ähnlich sah es der Trainer des Siegerteams Klaus Schippke: „Ich habe zwei Mannschaften gesehen, die dicht beieinander liegen, die hohes Tempo gegangen sind. In der ersten Halbzeit war für mich die Führung in Ordnung. Zum Schluss haben wir eine Konterchance ausgespielt und sind als verdiente Sieger vom Platz gegangen“.

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