Moritz Friedel auf dem Weg zu einem seiner acht Tore. Foto: Rudel - Rudel

Der Letzte schlägt den Drittletzten. In den verbliebenen vier Saisonspielen haben es die Deizisauer noch drei Mal mit direkten Konkurrenten zu tun

DeizisauEs war 18.36 Uhr, als Deizisaus Trainer Daniel Mayr erstmals an diesem Abend ein Lächeln über das Gesicht huschte. Gerade stand fest: Die Handballer des Baden-Württemberg-Oberligisten TSV Deizisau, seines Zeichens Tabellenletzter, leben noch und haben den Abstiegskampf endgültig angenommen. Vor heimischem Publikum gewannen die Deizisauer gegen den Drittletzten TSB Schwäbisch Gmünd mit 28:26 (14:13) und verkürzten den Rückstand auf die Konkurrenz.

„Wir sind wieder da“, verkündete der sichtlich erleichterte Mayr mit hochrotem Kopf. Gemeint war der Abstiegskampf, in dem sich die Deizisauer durch den Erfolg zurückgemeldet haben. Vier Spieltage vor dem Saisonende fehlen dem TSV drei Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. „Das war ein absolutes Endspiel. Umso wichtiger war deshalb, dass der Wille gepasst hat und alle einen guten Job gemacht haben“, freute sich Mayr, wenngleich er in der zweiten Hälfte phasenweise der Verzweiflung nahe war.

Die Deizisauer fanden eigentlich gut in die Partie. Auf einen anfänglichen 1:3-Rückstand (6. Minute) ließen die Gastgeber sechs Tore am Stück folgen und führten nach elf Minuten mit 7:3. Diesen Vorsprung hielt der TSV bis wenige Minuten vor der Pause, ehe sich der TSB dann doch noch auf einen Treffer heranschob. „In dieser Phase hat uns die Rote Karte für Dennis Prinz aus dem Konzept gebracht“, nannte Mayr einen Grund.

Kampfgeist ist Trumpf

Dieses Konzept fehlte Deizisau zunächst auch in Durchgang zwei. Die Partie verlor zusehends an Qualität und es zeigte sich, wie viel für beide Teams auf dem Spiel stand. Statt sehenswerte Spielzügen dominierten nun Fouls, verworfene Bälle und Ballverluste. Hinzu kamen strittige Schiedsrichterentscheidungen – wenngleich auf beiden Seiten. Mayr stand des öfteren kopfschüttelnd und wild gestikulierend am Rand. „Im Endeffekt ist mir das alles reichlich egal – Sieg ist Sieg“, betonte er später.

Dass es zu jenem Sieg dann doch noch reichte, war letztlich dem Deizisauer Kampfgeist zu verdanken. Denn anders als die Gäste aus Schwäbisch Gmünd fand der TSV diesen am Schluss wieder: Torhüter Alin Gavril Ilii parierte mehrmals stark, während im Angriff ein ums andere Mal Tempogegenstöße erfolgreich abgeschlossen wurden. Durch den Erfolg haben es die Deizisauer wieder selbst in der Hand, in welcher Liga sie in der kommenden Saison spielen. Schließlich geht es in drei der noch ausstehenden vier Spiele gegen direkte Konkurrenten.

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