Plochingens Neuzugang David Spieler bekommt mehr Einsatzzeit als geplant. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Neuzugang Spiler bekommt viel Einsatzzeit.

PlochingenEs gibt im Sport so unglaubliche Wendungen. Als Henrik Bischof drei Minuten vor dem Ende des Drittliga-Handballspiels zwischen dem TV Plochingen und dem TV Hochdorf den Anschlusstreffer zum 25:26 erzielte, war die Hoffnung beim TVP und seinem Anhang plötzlich wieder groß. Die Halle tobte. Doch die Wende blieb aus. Die Plochinger knüpften wieder an die Abschlussschwäche der ersten Hälfte an und unterlagen mit 26:29 (11:18). Alles andere wäre auch nicht verdient gewesen.

„Es war unser bisher schlechtestes Saisonspiel“, sagte Plochingens Trainer Michael Schwöbel sichtlich konsterniert. Zudem war es die dritte Niederlage in Folge. Dadurch hat die so gut in die Saison gestartete Mannschaft „den Bonus, den wir hatten, ein bisschen verspielt“, wie Schwöbel festhielt. 6:10 Punkte haben die Plochinger nun auf dem Konto und es stehen zwei schwere Auswärtsspiele in Saarlouis und Pforzheim an. „Die Gefahr ist schon da, dass es einen Negativlauf gibt“, erkannte auch Marvin Fuß, der neben Maximilian Schmid-Ungerer einzige Plochinger, der sich nicht von der ungewohnten Unsicherheit anstecken ließ. „Wir müssen jetzt als Team zusammenstehen“, forderte Fuß. Die TVP-Akteure können sich aber auch daran erinnern, dass sie bereits gezeigt haben, dass sie es besser können. Dass sie in der dritthöchsten deutschen Spielklasse mithalten können. Der Auftritt gegen Hochdorf war nicht nur das bislang schlechteste Saisonspiel, er war auch der bisher einzige schlechte seit dem Sprung aus der Baden-Württemberg Oberliga. Gegen einen Kontrahenten, gegen den sich die Plochinger etwas ausgerechnet hatten.

Mit der Spielweise des Gegners habe der Verlauf der Begegnung nichts zu tun gehabt, fand Schwöbel. Sondern mit der eigenen Schwäche. Dennoch: Die Hochdorfer traten so auf, wie man gegen einen Neuling auftreten muss – sehr konzentriert und sehr robust. Daniel Lanninger bekam von den hervorragenden Unparteiischen Zeki Kaplan und Benjamin Scheld bereits in der 13. Minute nach einem Foul an Fuß die Rote Karte gezeigt. In der Kombination Abwehr/Torhüter kauften die Badener den Plochingern in der ersten Hälfte den Schneid ab. Dazu legten sie ein starkes Rückzugsverhalten an den Tag. Sechs der ersten acht Würfe vergab der TVP – eine miserable Quote. 2:8 stand es nach zehn Minuten. Schwöbel verbrauchte früh zwei Auszeiten.

Weil es gleich zu Beginn nicht lief, kam Plochingens Neuzugang David Spiler zu mehr Einsatzminuten als geplant. Dem ehemaligen slowenischen Nationalspieler, der erst ein Mal mit der Mannschaft trainiert hatte, fehlte die Bindung zum Spiel. Er brachte sich aber gleich mit Engagement und lautstarken Kommandos ein. „Ich kann besser spielen, wir alle können besser spielen“, sagte der 36-Jährige und analysierte: „Nur 15 Minuten gut zu spielen, ist nicht genug. Aber die Mannschaft hat Charakter und Potenzial.“

Tatsächlich stimmte die kämpferische Einstellung. Auch Schwöbel versuchte im taktischen Bereich alles. Scheinbar aussichtslos lag die Mannschaft zurück. Doch in den Schlussminuten schmolz der Rückstand bis auf ein Tor. Aber nicht weiter. Stefan Corazolla brachte die Hochdorfer mit zwei Treffern wieder auf die sichere Seite. Und sorgte bei den Plochingern für Ernüchterung. „Wir wussten, dass eine solche Phase kommen wird“, sagte Schwöbel. „Aber wir müssen jetzt schauen, dass wir die Wende schaffen.“

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