Als kreisweites Modellprojekt für bürgerschaftliches Engagement startete 1997 der Bürgertreff Ostertagshof in Neuhausen. Heute hat sich die Flexibilität durchgesetzt.
Neue Perspektiven für das Ehrenamt hat der Landkreis Esslingen vor 25 Jahren im Bürgertreff Ostertagshof in Neuhausen entwickelt. „Unser Ziel war es, dem Ehrenamt neue Möglichkeiten zu bieten“, blickt Inge Hafner, die damalige Altenhilfefachberaterin der Kreisverwaltung, zurück. Sie ist heute im Ruhestand und kümmert sich im Freilichtmuseum Beuren um die Freiwilligen. „Den Volunteers-Gedanken, wie wir ihn damals in Neuhausen vorgelebt haben, pflegen wir auch heute noch.“ Am Samstag, 24. September, findet in den Räumen in der Bäderstraße 1 ein Tag der Generationen statt.
Heute betreut Magdalena Heinrichs die Räume des Neuhausenener Bürgertreffs direkt neben dem Betreuten Wohnen. „Wir arbeiten eng zusammen und machen viele Angebote für die ältere Generation“, sagt die erfahrene Quartiersmanagerin. Ihr ist es jedoch ein Anliegen, auch jüngere Menschen mit den Angebote anzusprechen: „Ich möchte auch Familien und junge Menschen ins Haus holen.“ Neben den Krabbelgruppen für junge Eltern mit Kleinkindern bietet Firdes Akar ab dem 22. September, 17 Uhr, ein Sprachcafé für Menschen an, die in Deutschland eine neue Heimat suchen. Die lockere Gesprächsrunde soll junge Geflüchtete ebenso ansprechen wie den betagten Senior aus Italien, der seine Sprachkenntnisse verbessern möchte.
Impulse für das Ehrenamt
Welche Impulse für das Ehrenamt gingen vor 25 Jahren vom Bürgertreff auf den Fildern aus? „Damals bedeutete das Engagement für das Gemeinwesen immer, sich langfristig zu binden“, blickt Inge Hafner zurück. „Aus dem Ehrenamt rauszukommen, wenn sich zum Beispiel die Lebensumstände ändern, das war schwer.“ Da wollte die damalige Altenhilfefachberaterin, die in Neuhausen lebt, ein Umdenken in Gang bringen. „Uns war es wichtig, dass sich Menschen auch kurzfristig oder nur für ein einzelnes Projekt engagieren dürfen.“ Gemeinsam mit der Neuhausenerin Hiltrud Zydra hat sich Hafner da von der Volunteers-Bewegung in den USA inspirieren lassen. Der Bürgertreff im Ostertagshof wurde zum Modellprojekt.
Seit 1999 wurden die beiden unterstützt von Helga Mayer, die den Treff bis 2019 geleitet hat. „Mein Ziel war es, den Menschen im Bürgertreff zu helfen, ihre Ideen umzusetzen.“ Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern brachte sie viele Gruppen und Initiativen zum Laufen – vom Computertreff über die Vortragsreihe bis hin zur Gruppe Rollstuhlfahrer.
Freiräume für Ruheständler
„Durch den demografischen Wandel haben Menschen im Ruhestand zunehmend die Möglichkeit, sich freiwillig zu engagieren“, sagt Helga Mayer. Da wollte die langjährige Treffleiterin Freiräume schaffen. Die Volunteers-Projekte, die vom Bürgertreff ausgingen, machten nach Inge Hafners Worten im ganzen Landkreis Esslingen und weit darüber hinaus Schule. Heute hätten sich diese neuen Freiheiten und die Flexibilität für das Ehrenamt längst durchgesetzt. „Mein Wunsch ist es, das Haus noch mehr für alle Generationen und für Menschen aus vielen Kulturen zu öffnen“, sagt Magdalena Heinrichs, die das Haus seit einem Jahr leitet. Gemeinsam mit Birgit Kolb, die für das Betreute Wohnen zuständig ist, hat sie viele neue Projekte angestoßen: „Wer eine eigene Idee hat, darf sich gerne einbringen.“
Der Infotag für Generationen findet am Samstag, 24. September, von 14 bis 18 Uhr im Bürgertreff Ostertagshof, Bäderstraße 1, statt. Es gibt Infos über die Vorsorgevollmacht.