Sebastian Rudy und die TSG Hoffenheim gingen in Bochum mit 2:5 vom Platz. Foto: David Inderlied/dpa

Die TSG verliert krachend in Bochum. Klare Aussagen zur Zukunft von Trainer André Breitenreiter gibt es anschließend nicht. Unterstützung erhält der Coach aus dem Team.

Bochum - André Breitenreiter war richtig sauer. "Das, was ich heute gesehen habe, kann ich in keinster Weise akzeptieren. Das hat nichts mit Profifußball zu tun", sagte der Trainer der TSG 1899 Hoffenheim nach dem 2:5-Debakel seiner Mannschaft beim VfL Bochum. "Das werde ich mir sicherlich so nicht mehr gefallen lassen".

Ob er selbst seine Mannschaft noch weiter trainieren darf und auch im nächsten Spiel betreut, ist allerdings offener denn je. Nach dem zehnten sieglosen Pflichtspiel nacheinander ist der Druck auf Breitenreiter persönlich und die Vereinsführung riesengroß.

"Fakt ist auf jeden Fall: Es muss etwas passieren", sagte der 49-Jährige. Was das ist, erfuhr zumindest die Öffentlichkeit nicht. Ein klares Bekenntnis zum Trainer vermied Sportchef Alexander Rosen. Explizierte Kritik an ihm übte er aber auch nicht. "Ich sage, es ist ein Thema, alles zu hinterfragen und zu diskutieren", sagte Rosen auf die Frage, ob eine Trennung ein Thema für die kommenden Tage sei. "Sie werden nie von mir Absolut-Antworten kriegen und schon gar nicht nach einem Spiel", sagte der 43-Jährige.

Baumann nimmt Breitenreiter in Schutz

Die zehn Spiele ohne Sieg "geben uns allen keine Argumente. Ich sage bewusst: uns allen", sagte Rosen. In der vergangenen Saison habe seine Mannschaft unter Trainer Sebastian Hoeneß eine vergleichbare Phase gehabt. "Da gibt’s keine grundsätzliche Qualitätsfrage. Da gibt’s auch nicht die Frage, ob der Trainer seinen Job kann", erklärte Rosen. "Vielleicht müssen wir mal größere Fragen stellen." Auch sich selbst nahm er mit in die Verantwortung.

Kapitän Oliver Baumann nahm Breitenreiter in Schutz. "Natürlich ist er gerade die ärmste Sau, weil er alles anspricht und alles versucht", sagte der Torwart über den 49-Jährigen. "Über ihn brauchen wir gar nicht sprechen. Es geht um uns. Wir müssen es auf den Platz bringen, was er uns mitteilt." Gesprochen wird über Breitenreiter aber natürlich trotzdem.

Hoffenheim mit desaströser erster Halbzeit

In Bochum spielte Hoffenheim vor allem im ersten Durchgang desaströs. "Elf Totalausfälle gegen eine Mannschaft mit Herz und Leidenschaft" - so fasste es Breitenreiter im Medienraum des Ruhrstadions knallhart zusammen. "Wir haben uns überhaupt nicht gewehrt." Solche Aussagen bei einer hoch veranlagten Mannschaft stimmen bedenklich, zumal die TSG spätestens jetzt mitten im Abstiegskampf steckt. Bochum zog nach Punkten mit Hoffenheim gleich. Fünf Zähler trennen beide Clubs von einem direkten Abstiegsplatz.

Die Stimmungslage könnte trotzdem unterschiedlicher kaum sein. Während die starken Bochumer ihren fünften Heimsieg in Serie feierten und sich auf das Pokalderby am Mittwoch gegen Borussia Dortmund freuen, zeigt der Trend beim Breitenreiter-Team klar nach unten.

Dass in einer solchen Situation auch über seinen Job diskutiert wird, verstehe er, sagte der Coach. Er sei kein Mensch, der Ausreden suche. "Es geht überhaupt nicht um mich. Es geht einzig und allein darum, dass wir die Wende schaffen."