Die Abwehr ist die halbe Miete. Gegen Duisburg ist die Esslinger Defensive vor Torhüter Florian Pirzer stark. Foto: Rudel - Rudel

Die Mischung in der Mannschaft stimmt, aber jedes Spiel ist schwer.

EsslingenWF Spandau 04, Waspo Hannover, ASC Duisburg, SSV Esslingen – das ist nach dem 9. Spieltag das Spitzenquartett der Wasserball-Bundesliga. Zwischen dem Vierten Esslingen und dem Fünften OSC Potsdam liegen bereits vier Punkte, während der SSVE durch den 16:8 (4:2, 2:1, 4:3, 6:2)-Sieg gegen Schlusslicht Duisburger SV nach Punkten (11:7) mit dem einst so großen ASC Duisburg gleichgezogen hat.

Die Esslinger genießen den Moment – ohne ihn überzubewerten. Die Demut ist auch dem geschuldet, dass viele der Spiele in dieser Saison eng waren. Auch der Sieg gegen Duisburg war erheblich mühsamer als es das Endergebnis aussagt, deutlich wurde es erst im letzten Viertel.

Sportdirektor Axel Hänchen musste deshalb auch erst kurz nachdenken, ehe er auf die Frage antwortete, ob die Esslinger zumindest wieder die vierte Kraft im deutschen Wasserball sind. „Da wollen wir hin“, sagte er dann. Gleichzeitig kündigt er an, nun mit der Mannschaft das Saisonziel korrigieren zu wollen. Einer der angestrebten ersten sechs Plätze, die für die Teilnahme der Playoffs berechtigt, ist dem SSVE kaum mehr zu nehmen.

Trainer Janusz Gogola bleibt derweil dabei, nicht über Zahlen zu sprechen. Nur so viel: „Die sportliche Entwicklung bedingt den Tabellenplatz.“ Und da kann er zufrieden sein. Vor der Saison hatte es einige Unsicherheiten gegeben beim SSVE. Nationalspieler Timo van der Bosch und Marvin Thran waren zum ambitionierten B-Gruppe-Team SV Ludwigsburg gewechselt. Gogola war neu, einige Spieler waren es auch.

Lob für Trainer Gogola

So betrachtet ist auch für Hänchen Platz vier „eine schöne Zwischenbilanz“. An der Gogola seiner Meinung nach „einen erheblichen Anteil“ hat: „Er ist ein akribischer Trainer, der der Mannschaft taktisch viel mitgibt.“ Zudem könne sich Co-Spielertrainer Heiko Nossek nun mehr auf seine Arbeit im Wasser konzentrieren. Gegen Duisburg war der ehemalige Nationalspieler ein kluger Lenker des Esslinger Spiels und erzielte seine drei Treffer in entscheidenden Phasen.

Die Esslinger Mannschaft hat eine vielversprechende Mischung: Erfahrene Akteure wie Nossek, Hannes Rothfuß oder Valentin Finkes sind gemeinsam mit jungen Spielern wie Zoran Bozic und Konstantinos Sopiadis im Wasser, die ebenfalls bereits Leistungsträger sind. Dazu erzielten Jonathan Nemitz und Miklos Barothy gegen Duisburg ihre ersten Bundesligatreffer – Barothy sogar gleich drei, was ihm sichtbar viel Freude bereitete. Zuschauern und Verantwortlichen auch. Als Ersatz hinter dem gegen Duisburg wieder bärenstarken Torwart-Routinier Florian Pirzer haben die Esslinger gerade den 21-jährigen Ungarn Bendeguz Bognar vom Zweitligisten EFSC Frankfurt verpflichtet.

Insgesamt zeigten die Esslinger gegen den DSV eine konzentrierte Leistung, die jedoch auch nötig war. „Wir müssen uns gegen jeden Gegner anstrengen“, erklärte Gogola, der sich vor allem darüber freute, wie die Mannschaft „die Unmengen an Unterzahlspielen verteidigt und mental verarbeitet hat“.

Am kommenden Samstag treten die Esslinger bei Rekordmeister Spandau an. Dann, am 9. Februar, kommt der ASC Duisburg ins Inselbad. Der momentan punktgleiche Tabellennachbar.

Dass sich die Esslinger nicht ausruhen können, wurde auch beim Blick auf die Tribüne deutlich. Da saß der frühere Esslinger und jetzige Ludwigsburger van der Bosch, der mit seinem Team soeben die SG Neukölln mit 14:8 aus dem Pokal geworfen hatte. „Wir wollen in die A-Gruppe aufsteigen, dann gibt es hier in der kommenden Saison ein interessantes Derby“, formulierte er mit Blick auf seine früheren Kameraden im Becken eine Kampfansage. Die Esslinger sind bereit.

Tore für den SSV Esslingen: Finkes (3), Barothy (3), Nossek (3), Bozic (3), Fernandez Rivas (2), Nemitz (1), Sopiadis (1).

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