Zuerst Esslingen, jetzt Schwäbisch Gmünd. Die Esslinger Firma Eberspächer baut weitere Arbeitsplätze ab. Foto: dpa//Sebastian Kahnert

Eine weitere schlechte Meldung aus dem Hause Eberspächer: Das Werk in Schwäbisch Gmünd soll geschlossen werden. Alle 130 Arbeitsplätze in Gmünd sind betroffen.

Schwäbisch Gmünd/Esslingen - Die Geschäftsführung der Eberspächer Gruppe hat heute den Betriebsrat und die Mitarbeiter über die Schließung des Standortes Schwäbisch Gmünd informiert. Die Entscheidung sei eine Folge der aktuellen wirtschaftlichen Krise. Erst im Mai verkündete Eberspächer die Verlagerung der Produktion von Esslingen in das polnische Werk in Oława.

Der Automobilzulieferer hatte im vergangenen Jahr die strategische Neuausrichtung des Standortes Schwäbisch Gmünd mit Fokus auf die Produktion von Klein- und Sonderserien im Bereich Abgastechnik Pkw begonnen. „Die gemeinsamen Anstrengungen wurden durch die nicht vorhersehbare Corona-Pandemie und ihre Folgen für die gesamte Branche zunichte gemacht“, erläutert Dr. Thomas Waldhier, Geschäftsführer der Division Exhaust Technology.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Krise stehe das Unternehmen unter hohem Druck. Der Absatzmarkt sei weltweit zusammengebrochen und erhole sich mittelfristig nicht mehr auf das Ausgangsniveau vor der Krise. Die Automobilhersteller reagieren unter anderem auf sinkende Kundennachfragen indem sie ihr Angebot im Klein- und Sonderseriengeschäft reduzieren und einen Sparkurs fahren. Als Folge sinke der Standort unter eine kritische Umsatzgröße und könne nicht mehr kostendeckend produzieren, so eine Pressemitteilung der Firma.

Die Aktivitäten in Schwäbisch Gmünd werden deshalb eingestellt und der Standort geschlossen. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Jedoch sind die Krise und ihre Folgen einschneidend und diese Maßnahme ist für die langfristige Stabilität der Abgastechnik von Eberspächer notwendig“, begründet Waldhier die Entscheidung weiter. Alle rund 130 Arbeitsplätze in Schwäbisch Gmünd sind unmittelbar betroffen.

In Esslingen gehen derweil die Verhandlungen mit dem Betriebsrat weiter. Dieser hat jetzt bis Mitte September Zeit, ein Alternativkonzept zur Schließung der Produktion am Stammsitz in Esslingen zu präsentieren.

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