Tausende kamen zum Drachensteigen in den Scharnhauser Park. Foto: Peter Stotz - Peter Stotz

Beim 13. Drachenfest im Scharnhauser Park tummelten sich am Donnerstag 12.000 Besucher. Auch wenn viele Drachen nicht starten konnten, gab es am Boden viel zu tun.

OstfildernZum 13. Mal wurde am gestrigen Tag der Deutschen Einheit in Ostfildern das Drachenfest gefeiert. Rund 12.000 Besucher tummelten sich in diesem Jahr nach ersten Schätzungen auf den Wegen und Wiesen auf dem Festgelände im Scharnhauser Park. Da nahezu Windstille herrschte, blieben in diesem Jahr die farbenfrohen Drachen allerdings zumeist am Boden.

„Das Drachenfest hat sich als Stadtfest mit einem familiären Charakter und einer sehr entspannten Stimmung längst etabliert. Jährlich kommen mehr Leute – ganz egal, welches Wetter herrscht – mit Picknickdecke oder Gummistiefeln“, berichtete Julia Schlipf, die Kulturbeauftragte der Stadt Ostfildern, die das jährliche Drachenfest federführend organisiert. So kamen nach ihrer Schätzung gestern rund 12.000 Besucher auf das Festgelände im Scharnhauser Park.

Wie Julia Schlipf erzählte, entstand die Idee zum Drachenfest im Anschluss an die Landesgartenschau im Scharnhauser Park. „Es gab die traditionellen Ortsfeste in den Stadtteilen, aber kein gesamtstädtisches Fest“, sagte sie. Das ebene Gelände, auf dem oft Familien ihr Geschick mit Drachen versuchten, habe sich geradezu angeboten, den Herbstauftakt mit einem familiären Stadtfest zu feiern. Anders als im Sommer gebe es zudem wenig Festkonkurrenz in der Region. Der Aufwand sei allerdings enorm. Ohne tatkräftige Hilfe des Narrenbunds, des Radfahrervereins Kemnat, des Liederkranzes Kemnat und des DRK gar nicht zu stemmen. „Die Kollegen vom Bauhof machen tagelang eine tolle Arbeit und was die Vereine leisten, ist unschätzbar“, lobte Schlipf.

Im Gegensatz zu manch anderem Jahr mochte das Herbstwetter dieses Mal allerdings nicht richtig mitspielen. Zumeist regte sich kaum ein Lüftchen über dem Festgelände, und so blieben die meisten Fluggeräte trotz etlicher Versuche am Boden. Die Profis und Könner, deren oft große und fantasievolle, mit mehreren Leinen gesteuerten Drachen in der Vergangenheit für eine bunte Vielfalt am Himmel gesorgt und dafür eine separate Wiese zugewiesen bekommen hatten, blieben sogar ganz zu Hause.

Während in der Luft aufgrund der Flaute nur recht wenig los war, herrschte am Boden umso größerer Betrieb. In der Kastanienallee herrschte an den rund 120 Flohmarktständen dichtes Gedränge. „Der Markt beim Drachenfest ist ein Highlight, zu dem viele Leute aus der ganzen Region kommen“, sagte der Marktorganisator Til Maehr. Viele der Anbieter kämen aus der Stadt, die Mischung des Angebots aus Trödel, Kunsthandwerk, Antiquitäten und klassischen Flohmarktartikeln stimme, „und die Familienorientierung beim Drachenfest macht etwas ganz Besonderes daraus“, sagte Maehr.

Entsprechend war auch gerade für Familien mit Kindern sehr viel geboten. Für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen spannend war die mobile Obstpresse, mit der Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Ruit und der Interessengemeinschaft Streuobst unermüdlich einen Hänger voll Äpfel zu Saft verarbeiteten, der auch gleich vor Ort abgefüllt und verkauft wurde.

Neben vielen Spiel- und Bastelangeboten auf der Wiese, in Zelten und Pavillons und in der Kinderaktivwerkstatt wurden Kindertheater, Mitmachzirkus, Drachengeschichten und eine Leseecke angeboten. Angesichts der Vielfalt konnten sich Kinder durchaus auch verlieren. Bereits sieben Minuten nach dem offiziellen Start um 11 Uhr wurde zum ersten Mal ein Kind per Lautsprecherdurchsage gesucht. Die Entwarnung folgte allerdings bereits kurz darauf.

Als besondere und dicht umlagerte Attraktion erwies sich beim Ostfilderner Drachenfest das Kinderkarussell Bestiaire Alpin, das die Künstler- und Theatergruppe Théatre de la Toupine aus dem französischen Evian auf dem Gelände aufgebaut hatte. Auf dem komplett aus Holz gefertigten Karussell waren diverse Tiere der Alpen befestigt, Wolf und Hirsch, Adler und Murmeltier – alles rein aus Schwemmholz zusammengebaut. Angetrieben wurde das Karussell über eine Wippe, die von den Eltern der Kinder bedient wurde. „Ein Familienfest geht auch sehr gut ohne Hüpfburg“, stellte Julia Schlipf sehr zufrieden fest.

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