Hüttengaudi mit Jause und Männerchor an der Uferstraße in Plüderhausen. Foto: Eva Herschmann

Die Hütte am Hummelbach des Obst- und Gartenbauvereins Plüderhausen ist eine von sechs Stationen der „Remstäler Hütten-Tour mit Livemusik“, die am Sonntag Premiere gefeiert hat und überwiegend durch den Landkreis Schwäbisch Hall führt.

Die schmale Uferstraße in Plüderhausen war am Sonntag ein Wander- und Radweg mit viel Begegnungsverkehr. Ziel der Massen war die Hütte am Hummelbach des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins, eine von sechs Stationen der ersten „Remstäler Hütten-Tour mit Livemusik“, die federführend vom Heimatverein Schafhof Waldhausen organisiert wurde. Die gemeinde- und kreisübergreifende Wanderung mit geselligem Hüttenbeisammensein kam an. „Der Laden hat gebrummt“, war Dominik Ströhlein, der OGV-Vorsitzende, mit der Resonanz zufrieden.

Zeitgleich haben am Sonntag fünf Vereine ihre Hütten geöffnet

Pünktlich um 10.30 Uhr öffneten am Sonntag zeitgleich fünf Vereine ihre Hütten, die alle leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Die familientaugliche Remstäler Hütten-Tour führte zur Hütte am Kirnbachtal des Schwäbischen Albvereins Waldhausen, ins „Finstere Hölzle“ der Kleingärtner Lorch, zum Erlenhof der Reservisten und Schützenkameradschaft Waldhausen, zur Zanderhütte am Badesee des Fischerei- und Hegevereins Lorch-Waldhausen und zur OGV-Hütte in Plüderhausen, der einzigen Station im Rems-Murr-Kreis.

Der Reiz sei das Ungezwungene auf den Hütten, die Möglichkeit viele Stationen zu besuchen, und dass man sich die Strecke individuell aussuchen konnte, erklärte Dominik Ströhlein. Auf den Wegen von Hütte zu Hütte, so die Idee der Initiatoren, biete sich zudem eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und die Natur zu genießen, die sich zur Premiere zwar nicht im Sonnenschein, aber mit den ersten Blüten präsentierte. Neben einer Jause gab es zudem auf jeder Hütte Livemusik – bis 15.30 Uhr. Dann öffnete der Schafhof zum großen Finale seine Türen. Das Team des Heimatvereins Waldhausen empfing unterhalb des Elisabethenberg alle Bands und Gruppen zum gemeinsamen Abschluss.

In Plüderhausen spielte die Musik vor der Hütte am Hummelbach. „Die Freiwilligen“, ein Chor von sechs Männern mit Gitarre, sangen lustige Lieder und unterhielten die Gäste, die trotz des windigen Wetters den Aufenthalt im Freien bevorzugten. Auch drinnen hatten es sich einige Wanderlustige gemütlich gemacht. Darunter Andreas Held und seine fünf Freunde aus dem Landkreis Göppingen. Einmal im Jahr, so erzählte Held, machten sie eine große Tageswanderung. „Für gewöhnlich fahren wir irgendwo hin, doch das Angebot der Remstäler Hütten-Tour klang zu verlockend. Also, warum in die Ferne schweifen.“

Im Frühtau waren die sechs Männer von Börtlingen aus gestartet. Den ersten Halt machten sie noch außerhalb der vorgegeben Hütten-Route. „Kurz nach Breech sind wir zum Warm-up in der Rehhaldenhütte eingekehrt“, sagte Andreas Held. In der Fischerei-Hütte in Lorch-Waldhausen stillten die Freunde ihren Frühschoppen-Durst und waren zum Mittagessen beim OGV Plüderhausen. „Wir machen die komplette Tour, letzte Station ist der Schafhof und von dort aus geht es dann zu Fuß zurück nach Börtlingen.“ Doch schon nach dem dritten Halt und der Einkehr in der Hütte am Hummelbach stand für sie fest, dass sie in Zukunft zu ihrer traditionellen Jahreswanderung auch die Remstäler Hütten-Tour fest in ihren Terminkalender aufnehmen werden.

Wer, wie die sechs Freunde, die ganze Remstäler Runde schaffen wollte, musste sich sputen. Dominik Ströhlein, der OGV-Vorsitzende, hatte ausgerechnet, dass der Aufenthalt pro Hütte dann nicht länger als 30 Minuten betragen darf. Die Mehrzahl derer, die sich am Sonntag an der Hütte am Hummelbach einfanden, hatten offensichtlich nicht diesen Ehrgeiz, sondern genossen lieber die Gastfreundschaft beim Obst- und Gartenbauverein – und die Mostbratwürste vom Grill. „Das ist eine Spezialität, die es nur bei uns gibt und die extra für uns hergestellt wird“, sagte Ströhlein. Der Name rühre daher, dass ins Wurstbrät Most gemischt werde. „Deshalb ist es eine Most- und keine Rostbratwurst“, so Ströhlein mit einem Augenzwinkern.

Der ersten Auflage der Remstäler Hütten-Tour sollen weitere folgen

Die Gäste ließen sich an die 300 OGV-Mostbratwürste schmecken, weshalb der OGV für den „Tag des Baumes“ am Samstag im Gemeindewald – es werden 250 Waldbäume gepflanzt – Würste nachproduzieren lassen muss. Auch in den anderen Hütten sei gut was los, erzählte Dominik Ströhlein und zeigte Bilder, die die Gastgeber der anderen Stationen in die gemeinsame Messenger-Gruppe gestellt hatten. Die erste Remstäler Hütten-Tour mit Livemusik sei ein Test gewesen, erklärte der Vorsitzende des 270 Mitglieder starken Obst- und Gartenbauvereins Plüderhausen. „Wie es aussieht, war die Sache ein Erfolg, überall war was los. In zwei Wochen treffen wir uns und machen Manöverkritik. Ich denke, wir werden das wieder ins Auge fassen, und wir sind auf jeden Fall bei der zweiten Auflage wieder dabei.“