Friedhelm Funkel soll den 1. FC Köln zum Klassenerhalt führen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa Pool/dpa Foto: dpa

Friedhelm Funkel hatte seine Karriere als Trainer eigentlich schon für beendet erklärt. Die Langeweile in der Pandemie und der Ruf des 1. FC Köln stimmten ihn um. Im Sommer ist aber endgültig Schluss.

Köln - Damit, dass in den Medien ständig über seinen Nachfolger diskutiert wird, hat Friedhelm Funkel ausnahmsweise kein Problem. Im Gegenteil.

Der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln steht Sportchef Horst Heldt in der Trainer-Frage beratend zur Seite und äußert auch schon mal öffentlich die Meinung, dass es mit Rückkehrer Peter Stöger als neuem Coach durchaus funktionieren könnte.

Diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Konstellation ist jedoch logisch. Der 67 Jahre alte Funkel war vom FC am 12. April als Retter aus der Rente verpflichtet worden. Und auch, wenn der FC zuletzt zwei Siege feierte, will Funkel seine Trainer-Karriere im Sommer diesmal endgültig beenden. Er merke durchaus die Belastung, sagte er dieser Tage. Und das möchte er sich keine ganze Saison über mehr antun.

Funkel powert also alles in die verbleibenden drei, mit Relegation maximal fünf Spiele. Und will den FC, den er 2002 bis 2003 schon einmal trainierte und an dem er trotz seiner emotionalen vier Jahre beim rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf hängt, als Erstligist übergeben. Und es ist ihm nicht egal, an wen.

"Ich habe mich mit Friedhelm intensiv ausgetauscht, weil mir seine Meinung sehr, sehr wichtig ist", sagte Heldt, der die zuletzt 14-tägige Auszeit nutze, um Gespräche mit Kandidaten zu führen. "Natürlich hat die Pause geholfen. Auch, wegen der neuen Ausrichtung. Entsprechend haben wir sie genutzt."

Wie die Gespräche mit Stöger verliefen - die wegen eines positiven Corona-Tests des Österreichers virtuell statt in Wien stattfanden - konnten die Fans detailliert in den Medien nachlesen. Stöger, der den FC 2017 nach 25 Jahren Abstinenz in die Europa League führte, wäre grundsätzlich durchaus interessiert. Private Verstimmungen nach seinem Abschied im Dezember 2017 sind ausgeräumt. Zu Heldts Geschäftsführer-Kollegen Alexander Wehrle war der Draht immer eng.

Doch Stöger ist nicht der einzige Kandidat. Manche Medien berichten von insgesamt fünf Anwärtern, andere gar von sieben. Sicher in der Auswahl ist der frühere Bayern-Profi und HSV-Coach Thorsten Fink, der im September seinen Rücktritt bei Vissel Kobe in Japan erklärte. Gleiches gilt für Steffen Baumgart, der den SC Paderborn am Saison-Ende verlässt, aber auch vom Hamburger SV und Hannover 96 umworben ist. Gerüchte gibt es auch um Edin Terzic (soll in Dortmund im Sommer wieder vom Cheftrainer zum Assistenten werden), den früheren FC-Stürmer Bruno Labbadia (zuletzt Hertha BSC) oder André Breitenreiter (zuletzt Hannover).

Die offene Liga-Zugehörigkeit des Tabellenvorletzten vor dem drittletzten Saison-Spiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den SC Freiburg erschwert die Verhandlungen für beide Seiten. Dennoch will Heldt in absehbarer Zeit eine Lösung präsentieren. Schließlich sei es das Ziel, "die neue Saison mit dem neuen Cheftrainer zu planen." Ob der FC dann in der 1. oder 2. Liga spielt, liegt in den Händen Funkels. Und bei seiner Nachfolge spricht der Routinier auch ein gewichtiges Wort mit.

© dpa-infocom, dpa:210508-99-517296/2

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